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Crowdfounding: Dieser Aufruf ist im Netz zu finden Screenshot: fley

Benefizaktion

Gießen, Gießener und gute Ideen

Kleidung für Obdachlose und Geld für den Kinderhospizdienst: Eine Gruppe Studenten startet mit dem Instagram-Profil »starterpack390« durch.

Gießen (fley). »Eine Tankfüllung von Gießen nach Frankfurt ist mittlerweile so teuer, dass Ryanair schon überlegt, eine Flugverbindung anzubieten«. Oder auch: »Jeder Gießener hat drei Leben. Ein privates, ein öffentliches und eines, dass sich andere Gießener ausdenken«. Mit solchen Sprüchen auf ihrer Instagram-Seite haben die Jungs von »starterpack390« in den Sozialen Medien auf sich aufmerksam machen können.

Die rund 4000 Abonnenten können sich auf dem Profil parodierte Bilder ansehen und erfahren gleichzeitig noch Klischees oder Anekdoten über Gießen. Inzwischen reicht das den Betreibern aber nicht mehr, wie Abraham Müller im Gespräch mit dem Anzeiger schildert. Er ist einer der Administratoren, die anderen möchten weiterhin unerkannt bleiben. »Wer wir sind, das ist eine große Unbekannte. Ich habe mich jetzt einfach angeboten, weil ich unsere Projekte bekannter machen möchte«, erzählt der 23-jährige Student.

Worum es ihnen aktuell geht: »In unserer heutigen Welt vergessen wir häufig, wie gut es uns geht. Deswegen haben wir uns pünktlich zur Weihnachtszeit eine kleine Spendenaktion überlegt. Um möglichst alle Wünsche abdecken zu können, haben wir beschlossen, an den Deutschen Hospizverein mit seiner Niederlassung in Gießen-Wieseck zu spenden«, heißt es in dem Aufruf auf der Instagram-Seite.

Gesammelt werden soll Geld, da Sachspenden ausreichend vorhanden seien, wie der Verein der Gruppe telefonisch mitgeteilt habe. »Uns würde es sehr freuen, wenn sich viele Leute finden lassen würden, gerne auch außerhalb Gießens, welche zur Weihnachtszeit etwas Positives zum Leben vieler Kinder beitragen wollen«, so die Verantwortlichen. Das Geld werde am 23. Dezember persönlich übergeben, damit kein Cent verlorengehe. »Die Übergange selbst wird visuell auf unserem Instagram Account dokumentiert werden. Dies soll ein seriöses Hilfsangebot von unserer Seite aus sein und wir geben uns Mühe, alles so transparent wie möglich zu gestalten«.

Die Spendenaktion für das Kinderhospiz ist nicht die einzige Aktion, die die Gruppe rund um »starterpack390« betreibt, aber die bisher größte. »Wir haben mal spontan eine Spendenaktion für einen Jungen an einer Schule gemacht, der gemobbt wurde, weil er keine Markenklamotten getragen hat«, erinnert sich Müller. Schon länger hatte das Team die Idee eines Crowdfunding-Aufrufs, wusste aber nicht, wie das am klügsten umzusetzen sei. »Bei Sachspenden ist das einfacher als bei Geldspenden. Also haben wir uns einen Kooperationspartner gesucht und haben mit dem ›Hype Gießen’-Laden einen Partner gefunden«, erläutert der 23-Jährige. Neben der Spendenaktion für das Kinderhospiz läuft zeitgleich noch ein ähnliches Projekt. Für heute, 21. Dezember, wird eine Verteilaktion von Kleidung an Obdachlose stattfinden »Das organisieren meine Kumpels Tijan, Ron, Daniel und Martin. Die wollen Decken und Klamotten spenden und peilen die Bahnhofsmission und das Obdachlosenheim an«.

Die Sachspenden will die Gruppe mit Transportern oder privaten Autos in Gießen verteilen. »Wir fahren eine Route ab, die wir vorher konzipieren. Wir wollen unsere Reichweite für was Positives einsetzen und an Weihnachten was machen«. Aus Erfahrung von Freunden weiß Müller, dass solche Aktionen klappen können. »Die Leute spenden viel bei sowas. Meine Freunde hatten damals drei Autos voll, als die das in Wiesbaden zum ersten Mal gemacht haben«. Die Gruppe möchte jetzt endlich die Ideen in die Tat umsetzen.

Ausgangspunkt der Projekte ist die Seite »starterpack390« auf Instagram. Müller erzähltvon den Anfängen: »Wir hatten Langeweile während einer Onlinevorlesung, also haben wir mit Apps rumexperimentiert. Das war lustig und kam gut an, also haben wir das dann erweitert«. Nachdem die Seite immer weiterwuchs, bauten die Beteiligten auch Videos, parodierte Bilder und Twittermeldungen ein. »Wir haben einen Mythos um uns kreiert, den wir jetzt für gute Dinge aktiv nutzen wollen«, sagt Müller.

Weitere Infos: www.betterplace.me/giessener-weihnachtsspende-an-kinder-hospizdienst.

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