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Gießen - Hessischer »Hot Spot«

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Der Juli ist auch der Erntemonat für Getreide, auf den Feldern staubte es aufgrund der Trockenheit mächtig. Foto: Jung © Jung

Die Temperatur im Juli erreicht mit 38,4 Grad einen neuen Höchstwert in der Stadt Gießen. Viele Menschen litten unter »tropischen Nächten«, Landwirte mussten ihre Ernte in Staubwolken einbringen.

Gießen. Heiß, staubig und trocken - so präsentierte sich der Juli in diesem Jahr und erreichte mit dem Höchstwert von 38,4 Grad, gemessen an der Station Gießen am 20. des Monats, ein hohes Niveau bei den Temperaturen im zweiten Sommermonat. Und er übertraf damit den Wert von 38,2 Grad, der die Gießener am 27. Juli 2019 ins Schwitzen brachte. 2021 lag der Wert mit 32,9 am 18. Juni etwas niedriger.

Die Universitätsstadt zählte aktuell damit zu den heißesten Orten in Hessen. Wer tagsüber und noch in den Abendstunden über die Felder schaute, wo die Mähdrescher im Akkord im Einsatz waren und die Motoren Schwerstarbeit leisten mussten, erkannte riesige Staubwolken, die oft nicht von Rauchwolken zu unterscheiden waren. Bis auf den Brand eines kleinen Getreidefeldes in der Gemarkung Allendorf kam es in der Gießener Gemarkung glücklicherweise nicht zu Bränden. Beim Umbrechen der Stoppelfelder vollzog sich das Szenario erneut, wobei die Staubmassen sich noch mächtiger auftürmten.

Die Nächte waren warm, sehr zum Leidwesen der Menschen, deren Wohnungen und Häuser ungeschützt dem langen und intensiven Sonnenschein tagsüber ausgesetzt waren. Auf der Terrasse sitzen, mit Gleichgesinnten draußen feiern oder die Biergärten aufsuchen - der Abend vom 20. Juli bot sich dafür geradezu an. Denn in den Wohnungen stand die Hitze: 23,5 Grad zeigte der Wärmemesser im südlichsten Stadtteil Lützellinden an und das noch um 22.05 Uhr. Und so kam es zur Tropennacht, bei der das Minimum der Lufttemperatur mindestens 20 Grad in der Zeit von 18 Uhr bis 6 Uhr betragen muss.

Tropische Nächte

Tropische Nächte sind laut Deutschem Wetterdienst sehr selten. Dass sich der siebte Monat 2022 von seiner heißen Seite zeigte, hat der Wetterdienst Qmet zusammen getragen. Als Höchstwert bei der Mitteltemperatur ist in der Statistik der Durchschnittswert von 20 Grad vermerkt, das vieljährige Mittel von 1961 bis 1990 enthält den Wert von 16,8, eine Abweichung also von 3,2 Kelvin. Aber es gab auch kühle Werte, Tag 17 sticht aus der Statistik mit 5 Grad am Boden als niedrigste Temperatur heraus. Das weitere Minium bewegte sich bei 7,7 Grad.

Alleine der heimische Rasen zeigt sehr deutlich: es ist zu trocken. Kein Wunder: nur 14,3 Liter Niederschlag fielen im Juli auf den Quadratmeter. Mit 8,9 Litern registrierten die Regenmesser am 20. Juli die höchste Menge, die Regen- und Gewitterwolken wurden getrieben von einem kräftigen Wind, der bei Tief »Carolin« 15,1 Meter pro Sekunde als höchste Windspitze, entsprechend 54,3 km/h erreichte und für etwas Abkühlung mit Blitz und Donner sorgte. Die angekündigten schweren Gewitter zogen dagegen in Richtung Osten ab. An 23 Tagen schien ausschließlich die Sonne, der 2. Juli schoss den Vogel mit 15,3 Sonnenstunden ab und die Region Mittelhessen und somit auch Gießen, zählte zu den Gebieten in Deutschland, wo die Sonne sich am längsten zeigte.

Die Sonne brachte es auf 272,8 Stunden, das vieljährige Mittel weist einen Wert von 204 Stunden aus. Die Abweichung beträgt laut Wetterdienst Qmet 133,7 Prozent.

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giloka_0508_wetter_temperat © Red
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