Gießen: In Rathenaustraße gilt erweiterte Geschwindigkeitsbegrenzung

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GIESSEN - (olz). Welche Geschwindigkeit gilt zukünftig in der Rathenaustraße am und um den neuen Campusplatz? Ein heiß diskutiertes politisches Thema im zweiten Halbjahr 2020. Auch koalitionsintern. Bekanntermaßen haben sich die Koalitionäre von SPD, CDU und Grünen letztlich auf einen Verkehrsversuch als Kompromiss verständigt. Er wird nun umgesetzt.

Diese Lösung sieht vor, dass die bislang am Campusplatz gültige Begrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde bis zum neuen Kreisverkehr und in den Einmündungsbereich der Otto-Behaghel-Straße ausgedehnt wird. "Nach den Plänen der Universität entstehen in den nächsten Jahren eine Reihe von intensiv genutzten Gebäuden rund um den neuen Campusplatz, die in noch stärkerem Maße als bisher das die Rathenaustraße querende Fußgängeraufkommen steigern werden", informiert die Stadt. Der große Fahrbahnteiler trage diesem Umstand bereits Rechnung. Um jedoch den Fuß- und Radverkehr längs und quer zur Rathenaustraße auch im Bereich der Bushaltestellen noch sicherer zu machen und den Geschwindigkeitsunterschied zu reduzieren, wird nun Tempo 30 auf einem wesentlich längeren Abschnitt der Rathenaustraße gelten", so die Stadt. Im Rahmen des Verkehrsversuchs sollen in zwei Jahren Erfahrungen gesammelt werden, auch wenn die sonst für die Anordnung der Geschwindigkeitsbeschränkung erforderliche Gefahrenlage derzeit nicht für den Gesamtabschnitt festgestellt worden sei. "Ich bin überzeugt, dass sich die Richtigkeit und Bedeutung dieser neuen Begrenzung schon bald zeigt, insbesondere aber nach der vollen Wiederaufnahme der Präsenzveranstaltungen unserer Universität", meint Bürgermeister Peter Neidel (CDU).

Unterschiedliche Auffassungen zum Thema Rathenaustraße hatte es in der noch amtierenden Koalition zuletzt im vergangenen September gegeben. Stein des Anstoßes war seinerzeit die Anordnung von Tempo 30 nur im Bereich des neuen Campusplatzes. Neidel hatte in dem Zusammenhang auf eine rechtliche Prüfung der Straßenverkehrsbehörde verwiesen. Auf Nachfrage dieser Zeitung hatte Klaus-Dieter Grothe, Fraktionsvorsitzender der Grünen jedoch daran erinnert, dass im Bereich des Campusplatzes ursprünglich ein "shared space" mit Tempo 20 und Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer entstehen sollte. Dies bezeichnete der Grüne als vernünftigste Lösung. SPD-Fraktionsvorsitzender Christopher Nübel erklärte gegenüber dem Anzeiger, dass die jetzt im Verkehrsversuch umgesetzte Lösung ursprünglich Kompromiss der Koalition gewesen sei. Letztlich erwies sich der nun realisierte Versuch als Ausweg aus dem Koalitionsdilemma.

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