Gießen: Ursache für Fischsterben in Wieseck behoben

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GIESSEN/BUSECK - (fod). Der Anzeiger-Leser hatte sich auf einen schönen, gemütlichen Spaziergang entlang der Wieseck gefreut. Doch was er dann im Bereich Wieseckaue/Segelflugplatz entdeckte, machte ihn fassungslos: Dutzende Fische trieben tot im Wasser. Was war hier geschehen, wer ist dafür verantwortlich? Um darauf Antworten zu erhalten und das Problem schnellstmöglich abstellen zu lassen, übermittelte der Mann seine Entdeckung an den "Mängelmelder" auf der Homepage der Stadt Gießen.

"Das Fischsterben wurde durch einen Störfall in Buseck/Trohe ausgelöst", erhielt er als Antwort. Zudem sei das Regierungspräsidium Gießen (RP) bereits tätig geworden und der technische Defekt behoben. Wie das RP auf Nachfrage dieser Zeitung detaillierter ausführt, habe man "nach einer eingegangenen Beschwerde über Abwassergeruch und Schaum in der Wieseck unterhalb der Struppmühle" den Abwasserverband informiert. Dieser veranlasste daraufhin eine sofortige Überprüfung der infrage kommenden Abwasseranlagen.

Nun weiß man es genau: Die Ursache lag bei der am südlichen Ortsausgang von Großen-Buseck vorhandenen Regenentlastungsanlage. Deren Regelschieber für die Stauraumentleerung war "ohne erkennbaren Grund" in die Position "ZU" gefahren und in den Modus "Störung". Diese Störmeldung sei im Vor-Ort-Schaltschrank angezeigt worden, war aber nicht wie vorgesehen per Signal als Störung auf dem Handy des Bereitschaftsdienstes erschienen. Bei der späteren Fehlerbehebung vor Ort wurde die Störung dann quittiert, die Schieberfunktionen getestet und die Regelung wieder in Betrieb genommen, heißt es weiter. Die Regenentlastungsanlage werde im Übrigen vom Abwasserverband "regelmäßig örtlich überprüft. Probleme waren nicht erkennbar".

Als Nächstes solle jetzt von einem externen Experten die Ursache der Störung ermittelt werden. Darüber hinaus wird ein Sicherheitskonzept erstellt. Ziel sei es, dass Betriebsstörungen von Entlastungsanlagen des Verbandes zeitnah erkannt und behoben werden sollen. Dieses Konzept ist dann dem Regierungspräsidium zur Zustimmung vorzulegen.

Der Abwasserverband kommt für den nun entstandenen Schaden auf. Eine Aussage darüber, welche Fischarten der technischen Störung zum Opfer fielen, konnte man bislang nicht treffen.

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