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Gießener FDP sieht Sanierungsbedarf

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Die FDP beantragt umfangreiche Sanierungsmaßnahmen am Schiffenberg in Gießen. Auch das Kriegerdenkmal am Landgraf-Philipp-Platz soll instandgesetzt werden.

Gießen (fley). Es ist viel zu tun am Schiffenberg. So sieht es zumindest die FDP: In der letzten Sitzung des Schulausschusses brachte Fraktionsvorsitzender Dominik Erb einen umfangreichen Antrag zum Thema ein. Er sieht die kurz- und langfristige Sanierung der Terrassenmauern sowie eine Instandsetzung des Aufstiegsweges für Fußgänger vor. Mit ihren Anliegen konnte sich die FDP nur zum Teil durchsetzen.

Die Terrassenmauern am Südhang des Klosters Schiffenberg und die Hangterrassen am Kloster müssen kurzfristig instandgesetzt werden. Zu dem Ergebnissen kämen zwei Gutachten, die der Magistrat in Auftrag gegeben hat (der Anzeiger berichtete). »Daraus geht hervor, dass kurzfristige Sicherungsmaßnahmen dringend erforderlich sind, um weiteren Substanzverlust und damit einhergehend perspektivisch höhere Gesamtinstandsetzungskosten zu vermeiden«, sagte FDP-Fraktionsvorsitzender Dominik Erb. Die Kosten für die kurzfristigen Sicherungsmaßnahmen am Schiffenberg, wie etwa Ausmauerungen, beliefen sich laut Gutachten auf eine Summe im Bereich zwischen 5 000 Euro und 10 000 Euro. Das nahm der Ausschuss auch kommentarlos an.

Diskussionsbedarf gab es dagegen beim Aufstiegsweg für Fußgänger, der nach Auffassung von Erb »sehr marode« ist. Dort wurde lediglich ein Prüfantrag beschlossen und keine direkte Sanierung - zum Ärger des liberalen Fraktionsvorsitzenden. »Die Stufen sind uneben und teilweise stark beschädigt, die Handläufe umgefallen und stellenweise instabil. Gerade bei Glätte stellt der Aufstiegsweg inzwischen ein echtes Gefährdungsrisiko dar und die Stadt läuft Gefahr, ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nachzukommen«, schilderte der Jurist. Vor allem im Winter drohe Gefahr, wenn Fußgänger den Weg zum alten Kloster erklimmen wollten.

Die vollumfängliche langfristige Instandsetzung und Sanierung der Terrassenmauern und die Rekonstruktion der unteren Terrassenmauer als Gesamtmaßnahme bis 2025 wurde hingegen von der Koalition komplett abgelehnt. Die Sicherungsmaßnahmen, so argumentierte Erb, seien nur geeignet, um die Hangterrassen »über die Zeit« zu bringen. Dies sei auch die Einschätzung der Gutachter.

Der Fraktionsvorsitzende brachte zudem einen Antrag zum sogenannten »Heldenbrunnen« am Landgraf-Philipp-Platz ein. Nach dem Willen der FDP soll der Brunnen aus dem Jahr 1925 wieder instandgesetzt werden. »Das Denkmal ist seit Jahren dem Verfall preisgegeben, obwohl es zwischen Zeughaus und Regierungspräsidium an einer relativ prominenten Stelle steht. Eine Instandsetzung und gegebenenfalls sogar Inbetriebnahme als Brunnen würde den Platz optisch sicher aufwerten«, erklärte Erb. Da sich am Denkmal Bezüge zu beiden Weltkriegen fänden, hielt er eine zusätzliche Informationstafel mit entsprechender historischer Einordnung für sinnvoll. »So kann aus einem Denkmal auch ein Mahnmal werden. Das wünsche ich mir auch für das Kriegerdenkmal am Landgraf-Philipp-Platz«. Eine Idee, die von der FDP zwar in den Ausschuss gebracht wurde, aber ihren Ursprung an einem anderen Ort hat. »Die Bürgerinitiative ›Historische Mitte Gießen‹ würde eine Sanierung des Kriegerdenkmals am Landgraf-Philipp-Platz sehr begrüßen. Es handelt sich auch um eine für den Platz prägende und wichtige Denkmalanlage. Das Denkmal trägt nicht nur städtebaulich zur Gesamtanlage bei, sondern mahnt auch vor den menschlichen und emotionalen Folgen eines Krieges«, erläutert Jan-Patrick Wismar, Vorsitzender der Bürgerinitiative, auf Anfrage. Er hatte mit Erb Kontakt aufgenommen und sich mit ihm darauf geeinigt, eine Anfrage an den Ausschuss zu stellen.

Prüfantrag

»Wir sind tatsächlich durch die Debatte innerhalb der Bürgerinitiative darauf aufmerksam geworden und haben uns die gleichen Fragen gestellt. So ist die Parlamentsinitiative entstanden«, bekräftigte Erb. Ob das Kriegerdenkmal tatsächlich je als Brunnen genutzt wurde und ob ein solches Unterfangen möglich ist, soll ein Prüfauftrag klären. Der Ausschuss zeigte sich einverstanden und stimmte zu.

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