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Gießener Forst als »Zukunftswald«

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Die Stadt und die Landschaftspflegevereinigung Gießen haben die Pflanzung von 2500 klimaangepassten Waldbäumen betreut. © Stadt Gießen

Gießen (red). Nicht nur der Speierling, sondern auch Spitzahorn, Vogelkirsche, Sommerlinde, Stieleiche, Elsbeere und Baum-Hasel werden sich in den nächsten Monaten einen Platz im Gießener Stadtwald behaupten. Durch eine Aktion des Preisvergleichsportals »Check24« werden 2021 und 2022 in Kooperation mit der Stiftung Deutsche Landschaften mehr als 35 000 Waldbäume gepflanzt werden.

Dafür werden die entsprechenden Mittel zur Verfügung gestellt. »Ziel ist es, einen klimastabilen Laubholzmischbestand im Wald zu etablieren und Reinbestände zukunftstauglich umzugestalten. So können beispielsweise trockengeschädigte Waldbestände wiederaufgebaut werden«, teilt die Stadt in einer Presseerklärung mit. Bei der Pflanzaktion handele es sich nur um den ersten Schritt. Bei einer positiven Resonanz sollen in naher Zukunft mehr solcher Projekte für die Natur und Umwelt unterstützt und umgesetzt werden.

Die Koordinatoren im Landkreis Gießen sind die Forstverwaltung der Stadt und die Landschaftspflegevereinigung Gießen (LPV). Revierförster Ernst-Ludwig Kriep betreute die Pflanzung der 2500 klimaangepassten Waldbäume. »Wir begründen hier den Anfang zur Entwicklung eines klimaresilienten Forstes. Der Wald der Zukunft, könnte man sagen«, betont Kriep. Und Fabian Zech von der LPV ergänzt: »Wir führen für die Stiftung die Dokumentation und Organisation der Maßnahmen vor Ort durch.«

Bodenschonende Vorarbeit geleistet

Im November sind die Bäume erfolgreich gepflanzt und mit einem Schutz vor Verbiss durch Wild versehen worden. Die Bäume wurden truppweise in die ehemalige Fichtenkultur eingebracht. »Dies bedingt eine entsprechende Vorarbeit von Hand. Die zu bepflanzenden Flächen werden daher vorab bodenschonend mit dem Freischneider bearbeitet«, so Kriep. Nun müsse die Fläche jährlich nachgemäht und die Bäume so vor dem Überwuchern bewahrt werden. In einigen Jahren sollten sie dann groß genug sein, um sich behaupten zu können.

Da jede Baumart unterschiedliche Eigenschaften und Bedürfnisse hat, »kann hoffentlich in Zukunft verhindert werden, dass klimabedingte Schädigungen des gesamten Baumbestandes auftreten«, heißt es weiter. Bekannt sei diese Situation etwa aus den letzten Dürrejahren. Bestände, die sich überwiegend aus Fichten zusammensetzten, starben ab. Trockenheit, daraus resultierende Schwäche und Borkenkäferbefall machten ganzen Forstbeständen den Garaus. Fichtenforste könnten aus diesem Grund ein immer seltenerer Anblick werden. Durch die Umstellung auf klimaresiliente Baumarten soll dem entgegengewirkt werden. Ob die Maßnahmen Erfolg hatten, werde sich allerdings erst in den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten zeigen.

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