Gießener "Gummiinsel" als Begegnungsort

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GIESSEN - (fod). Die "Gummiinsel" in der Weststadt mit ihren hübschen, denkmalgeschützten Rotklinker-Häuschen dürfte in Gießen und Umgebung wohl so ziemlich jeder kennen. Mittlerweile hat die Siedlung, die auf eine über 90-jährige Geschichte zurückblicken kann, auch bundesweit Bekanntheit erlangt. Als einziges Vorhaben in Hessen wurde sie in das Bundesprogramm "Nationale Projekte des Städtebaus" aufgenommen.

Überhaupt gelang das nur 24 Projekten, nachdem sich deutschlandweit 98 Städte und Gemeinden für das Programm beworben hatten. Mit der "Gummiinsel" ist Gießen dort nun bereits zum zweiten Mal erfolgreich gewesen.

Wie am Mittwochabend im Sozialausschuss mitgeteilt wurde, ist für die Neugestaltung der Freiflächen zwischen den Häuserblöcken vom Bund eine Fördersumme von 740 000 Euro zugesagt worden. Die Stadt muss dazu allerdings einen Eigenanteil leisten, der sich auf rund 366 000 Euro beläuft. Bei einer Gesamtsumme von etwa 1,143 Millionen Euro übernimmt die Wohnbau Gießen GmbH als Eigentümerin der Rotklinkersiedlung die restlichen circa 37 000 Euro.

Damit das Ganze überhaupt in die Wege geleitet werden kann, sind die Verantwortlichen im Rathaus nun dazu aufgefordert worden, einen Zuwendungsantrag zu stellen. Das Votum dafür fiel im Sozialausschuss eindeutig aus, einzig FDP und FW enthielten sich bei der Abstimmung. Was Dr. Klaus Dieter Greilich (FDP) damit begründete, dass er das Projekt in einem anderen Bundesförderprogramm besser aufgehoben gesehen hätte. Die endgültige Entscheidung liegt jetzt bei der Stadtverordnetenversammlung, die sich auf ihrer kommenden Sitzung am 30. September damit befassen wird.

Bei ihren Ausführungen zur Neugestaltung der Freiflächen konnte Stadträtin Astrid Eibelshäuser als zuständige Dezernentin am Mittwoch vermelden, dass inzwischen der zweite Sanierungsabschnitt abgeschlossen wurde und nun der dritte angegangen wird. Insgesamt sind rund 70 Rotklinkerbauten, die jeweils in einzelnen Blöcken zusammengefasst sind und in den 1930er-Jahren errichtet wurden, zu modernisieren.

Das mit Beteiligung der Bewohner erarbeitete Freiflächenkonzept beinhaltet unter anderem die Neuordnung der Grün- und Straßenräume, eine barrierefreie und verkehrsberuhigte Gestaltung mit Vorrang für Fußgänger und Spielräumen für Kinder sowie die Schaffung eines "Ortes der kulturellen Begegnung". Wie Eibelshäuser deutlich machte, zeichne die Bewohner, die dort meist schon über mehrere Familiengenerationen leben, aus, "als Gemeinschaft zusammenzuhalten und in hohem Maße Solidarität zu zeigen". Zudem würden sie sich "mit großem Engagement an der Sanierung beteiligen".

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