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Gießener Radler haben nun die Wahl

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Der Radweg darf weiter befahren werden. Wer möchte, kann in Kürze aber auch auf die Straße ausweichen. © Jung

Zwischen Kleinlinden und Allendorf dürfen Radfahrer bald auch die Straße benutzen. Die Rechtsprechrechung macht das möglich. Wem das zu riskant ist, der kann auch auf dem Radweg bleiben.

Gießen (red). Bisher waren Pkw, Busse und Lkw zwischen Kleinlinden und Allendorf auf der Fahrbahn meist unter sich. Der Radverkehr wurde im Seitenbereich auf einem Geh- und Radweg zusammen mit den Fußgängern geführt. Diese für den Fuß- und Radverkehr ungünstige gemeinsame Führung soll sich in Kürze ändern. Dann werden Radler nämlich auch die Fahrbahn mitbenutzen können, teilt die Stadt in einer Presseerklärung mit. Nach Anordnung durch die städtische Straßenverkehrsbehörde habe diese Neuregelung »Hessen Mobil« möglich gemacht.

Neue Schilder

Ende des vergangenen Jahres wurde die Ampel an der Kreuzung Allendorfer Straße/Lützellindener Straße/Rheinfelser Straße erneuert. Dadurch habe die Signalisierung so angepasst werden können, dass auch langsamer Radverkehr die Kreuzung verlassen hat, bevor kreuzender Verkehr dort einfahren darf. Die blauen Verkehrsschilder, die Radverkehr aus beiden Fahrtrichtungen vorgeschrieben haben, den Gehweg zu nutzen, werden vom städtischen Bauhof abgeschraubt und dafür weiße Schilder für die Freigabe aufgehängt.

Während in der Vergangenheit der Radverkehr in der Regel vom Kfz-Verkehr getrennt geführt wurde, sei durch die geltende Rechtsprechung festgestellt worden, dass Radverkehr als Fahrverkehr anzusehen sei und bis auf begründete Einzelfälle damit in der Regel auf der Fahrbahn stattzufinden habe.

Auch auf dem Gehweg

Bestehende Radverkehrsführungen werden nun Schritt für Schritt überprüft. Für die Allendorfer und die Kleinlindener Straße bedeute dies, »dass routinierte Radler jetzt auch auf der Fahrbahn bleiben dürfen und so schneller vorankommen«. Radler, die sich im Mischverkehr weniger sicher fühlen, dürfen die Gehwege zwischen dem Allendorfer Kreisverkehr und der Brüder-Grimm-Schule in beiden Richtungen aber weiter befahren. Dabei müssen sie natürlich Rücksicht auf Fußgänger nehmen. Das heißt: insbesondere nur Schrittgeschwindigkeit fahren, rechtzeitig klingeln und nur mit großem Abstand langsam überholen. Umgekehrt dürfen Fußgänger den Radverkehr nicht absichtlich behindern.

Stadträtin Gerda Weigel-Greilich freut sich über diese »Verbesserung in der Verkehrsabwicklung« und setzt im Zuge der vollzogenen Änderungen der Beschilderung auch auf das gegenseitige Verständnis der Verkehrsteilnehmer.

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