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Gießener soll Fahrkarten gefälscht haben

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Der mögliche Verkaufswert der Karten, die der Mann aus Gießen anfertigte, liegt bei 900 000 Euro. Die Bundespolizei spricht von einem »dicken Fisch«.

Gießen (bl). Der Bundespolizei ist offenbar ein »dicker Fisch« ins Netz gegangen. Dabei handele es sich um einen 30-Jährigen aus Gießen, der über das Portal eBay-Kleinanzeigen im großen Stil verfälschte Monatskarten für den öffentlichen Personennahverkehr verkauft haben soll. Aufgeflogen sind die kriminellen Machenschaften demnach im vergangenen November während einer Zugfahrt. Ein 32-Jähriger, ebenfalls aus Gießen, hatte dem Schaffner ein solches Ticket vorgezeigt, teilt die Bundespolizeiinspektion Kassel mit. Durch akribische Ermittlungsarbeit im Internet sei man schnell auf die Spur des Fälschers gekommen: »Im Rahmen einer Wohnungsdurchsuchung konnten sechs Blankofahrkartenrollen (500 Fahrkarten pro Rolle), ein Drucker zum Bedrucken der Fahrkarten sowie weiteres Tatmaterial beschlagnahmt werden.« Der mögliche Verkaufswert, der damit hätte erzielt werden können, liege bei rund 900 000 Euro. Der tatsächlich angerichtete Schaden scheint sich dagegen im Bereich von einigen Hundert Euro zu bewegen. Es sei unklar, wie häufig die Tickets eingesetzt worden sind, berichtet ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage des Anzeigers.

Strafverfahren

Bisher seien vier Käufer identifiziert worden, die nach eigenen Angaben die gefälschten Fahrkarten »nicht mit Vorsatz« erworben haben wollen. Nach jetzigem Stand sei der zuvor noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getretene 30-Jährige der alleinige Täter. Die Vorwürfe habe er eingeräumt. Gegen alle Beteiligten ist ein Strafverfahren unter anderem wegen Betruges eingeleitet worden. Da der Verdächtige die Taten in einer Wohnung in Wetzlar, wo er mittlerweile seinen Hauptwohnsitz gemeldet hat, begangen habe, sei der Fall an die dortige Staatsanwaltschaft übergeben worden. Die Bundespolizei weist nachdrücklich darauf hin, sich Monatskarten für den ÖPNV nicht über Plattformen wie eBay-Kleinanzeigen zu besorgen. »Oftmals werden falsche Tatsachen vorgespielt. Obendrein begehen Sie möglicherweise selbst eine Straftat beim Kauf und der Nutzung dieser Tickets von unseriösen Verkäufern.«

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