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Vertriebsmitarbeiterin Franziska Lang und Firmengründer Kay Simon wollen im Februar mit »Werkules« von Gießen nach Frankfurt umziehen.

Gießener Startup mit Ambitionen

Gießen (fley). Eine Reise durch die Innovationsszene des Rhein-Main-Gebiets endete für das Gießener Startup »Werkules« mehr als erfolgreich. Ende Oktober fand wieder die größte dezentrale Veranstaltung für Startups, Gründer und Innovatoren statt. Von Frankfurt über Gießen, Offenbach, Mainz, Wiesbaden und Darmstadt ging es quer durch die Region. Höhepunkt der zweitägigen Startup-Safari war das Pitch-Event mit fünf Finalisten in Frankfurt.

2000 Euro mit drei Folien gewonnen

In einem vierminütigen Pitch zu Idee und Produkt galt es, die Jury zu überzeugen. Für das überzeugendste Startup gab es ein von der Naspa gesponsertes Preisgeld über 2000 Euro. Durchsetzen konnte sich der Gründer Kay Simon aus Gießen mit seiner Software »Werkules«. Lediglich drei Folien einer Power-Point-Präsentation waren nötig, um die Jury sowohl im Pitch wie auch im nachfolgenden Gespräch vom Projekt zu überzeugen. In den Übergangsbüroräumen erzählten Simon und seine Vertriebsmitarbeiterin Franziska Lang über die Herausforderungen und Ziele des Startups.

»Wir sind ab Februar in Frankfurt. Derzeit sind wir hier in den Räumen von ›TeamSimon‹, mit denen wir gemeinsam das Projekt gestartet haben«, sagte Simon zu Beginn.

Die Softwareanwendung »Werkules« ist für Handwerker gedacht, nachdem sie eine Auftragsbestätigung erhalten haben - eine Art Baustellenabwicklung. »Wir haben vor drei Jahren begonnen und gemeinsam mit dem ›TeamSimon‹ 20 mögliche Lösungen erstellt und analysiert«, so der Gründer. Die Zusammenarbeit mit »TeamSimon« kommt nicht von irgendwo - Mario Simon ist der Bruder von Kay Simon.

»›Werkules‹ wurde hier entwickelt, wir haben das ausgereifte System dann ausgelagert«, meinte der junge Unternehmer. Nachdem die Software den Härtetest überstanden hatte, wurden viele praktische Beispiele zu Rate gezogen, um die Problemlösung zu analysieren - die digitale Zeiterfassung. »Wir haben eine Zeiterfassung per GPS installiert. Einloggen und ausloggen wird somit möglich, alles weitere wird jedoch nicht getrackt. Das GPS funktioniert nur bei Start und Ende, gerade bei Baustellen.«

»Werkules« selbst wurde 2021 ausgegliedert, nachdem das System seit Jahren entwickelt wurde. »Der betriebswirtschaftliche Fokus und das Know-how aus dem Bauwesen werden vereint. Mein Vater war Fliesenleger, ich kenne den rauen Umgangston der Branche«, so Simon. Für eben jene Branche und ihre verschiedensten Gewerke ist die Anwendung gedacht.

»Wir haben eine Desktopvariante und eine als App«, erzählte Vertriebsmitarbeiterin Franziska Lang über die Verwendungsmöglichkeiten von »Werkules«. Das Interesse sei sehr hoch, das Unternehmen schwimme derzeit auf der Bekanntheitswelle mit. »Wir rühren die Werbetrommel und entwickeln mit Kunden zusammen das Projekt weiter und passen uns ihnen auch an. Aber wir behalten auch unsere eigenständigen Merkmale.«

Dass es für das junge Startup im kommenden Jahr nach Frankfurt geht, hat pragmatische Gründe. »In Frankfurt haben wir eine bessere Startup-Location als hier in Gießen«, argumentierte Simon. Für das Team, bestehend aus sechs Vollzeitkräften und vier Minijobbern, heißt es dann Kartons packen und von der Kleinstadt in die Weltstadt. »Wir wollen ein Kalkulationsprogramm nachziehen. Das ist komplex, aber wirkt erst simpel. Und wir wollen eine Schnittstelle an die Banken gewinnen. Danach könnte jeder Handwerker die Zahlungsflüsse genau nachvollziehen.« Eine Herausforderung, der sich das Team in der Bankenstadt Frankfurt stellen will.

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