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Globales Denken gegen die Pandemie

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Zur Corona-Pandemie: In seiner Neujahrsansprache verbreitete Bundeskanzler Scholz Hoffnung. Das hat seine Vorgängerin auch getan, denn alle dachten, mit Impfstoffen könne die Menschheit das Virus besiegen. Ein Sieg über das Virus ist allerdings unwahrscheinlich. Wir müssen lernen, damit zu leben.

Eine weltweite, natürliche Immunisierung durch Infektionen, auch bei Geimpften, läuft derzeit ab. Täglich stecken sich Millionen neu an und sind damit natürlich immunisiert. Pandemien gibt es erst seit der Globalisierung. Einst waren es lokale Epidemien, die zur Reduktion der Bevölkerung führten. Alte, schwache Menschen überlebten nicht.

Mit den Impfungen haben die Menschen Wege gefunden, sich zu schützen. Die nächste Pandemie könnte schon unterwegs sein. Neue Corona-Varianten sind schon bekannt. Das Virus ist verdammt schnell. Wir müssen uns vorbereiten und armen, überbevölkerten Ländern helfen. Je ärmer die Länder, umso mehr Kinder. Kinder sichern ihre Eltern im Alter. Durch funktionierende Sozialsysteme konnte die Bevölkerungsexplosion bei uns gestoppt werden. Der Wohlstand stieg. Die Coronapandemie zeigt, dass in einer globalisierten Welt global gedacht und gehandelt werden muss. Egoismus funktioniert nicht mehr.

Wenn wir viel aggressivere Coronamutationen vermeiden wollen, müssen wir der sogenannten dritten Welt helfen und dort impfen, was das Zeug hält. Es war ein schwerer Fehler von Angela Merkel, als sie die Freigabe der deutschen Lizenzen von Biontech zur Produktion von Impfstoffen blockierte. Die Omikron-Variante und all ihre Folgen hätten womöglich vermieden werden können. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), mehr als 130 Staaten, Ärzte ohne Grenzen und viele Andere baten die Industriestaaten wie Deutschland um Hilfe, die aber aus Geldgier der Konzerne nicht kommt.

Statt Waffen sollten wir Bildung und Wissen exportieren, demokratische Staaten in der dritten Welt stützen und Hilfe nicht als Almosen, sondern als Hilfe auch für uns selbst begreifen. Eine globalisierte Welt ist bei der Bevölkerungsexplosion, der Umwelt, beim Klimawandel und bei Corona nicht in der Sackgasse. Es gibt Lösungen, die aber ein globales, anderes Handeln erfordern. Genau hier ist Herr Scholz und jeder Einzelne von uns nicht nur in 2022 gefordert!

Ralf Naujoks, Laubach

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