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Größer als geplant

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In einer sogenannten Interimsschule findet derzeit der Unterricht statt. Foto: Schäfer © Schäfer

Die Sanierung der Grundschule Gießen-West wird umfangreicher als geplant. Die Schule braucht mehr Platz.

Gießen. Steigende Schülerzahlen. Mehr Nachmittagsangebote. Teilnahme am Programm Grundschule mit Familienzentrum. Die Anforderungen an die Grundschule Gießen-West steigen. Damit steigt der Platzbedarf. Und auch der Sanierungsbedarf ist größer als ursprünglich gedacht. Denn die vertiefte Planung habe ergeben, dass »das Bestandsgebäude komplett entkernt werden muss und lediglich das Stahlbetonskelett und tragende Mauerwerkswände erhalten werden können. Vor diesem Hintergrund muss der gesamte Schulbetrieb in Interimsgebäuden untergebracht werden, da jetzt die Baumaßnahme nicht, wie anfangs geplant, in einzelnen Bauabschnitten durchgeführt werden kann«, heißt es in der Vorlage. Die Baukosten liegen derzeit bei rund 19, 8 Millionen Euro. Das Votum der Stadtverordnetenversammlung steht aus.

Wachsende Schülerzahlen

2015 sieht die Welt noch anders aus. Das Stadtparlament beschließt unter anderem, den Speisesaal zu erweitern. Verwaltungstrakt und Bibliothek sollen größer, und »funktionierende« Fluchtwege in den Obergeschossen geschaffen werden. Darüber hinaus wurde unter anderem die energetische Sanierung der gesamten Gebäudehülle auf den Weg gebracht. Knapp drei Jahre später stimmen die Stadtverordneten für den Abbruch des ehemaligen Hausmeisterwohnhauses und den Bau einer neuen Mensa, die seit vergangenem Jahr in Betrieb ist. »Die Planungen für das Bestandsgebäude wurden 2020 fortgesetzt und in der Folge weitere planungsrelevante Entwicklungen berücksichtigt, insbesondere die Entwicklung der Schülerzahlen«, ist in der Vorlage nachzulesen. Die Weststadt sei seit Langem der kinderreichste Stadtteil, was sich durch mehrere Neubausiedlungen noch verstärkt habe. »Die Prognosen im Schulentwicklungsplan für die Jahre 2020 bis 2025 gehen davon aus, dass die Schule ab dem Schuljahr 2024/25 in einzelnen Jahrgängen fünfzügig organisiert ist, aktuell ist sie überwiegend vierzügig. Die Gießener Weststadt bildet einen Schulbezirk, die Grundschule Gießen-West ist die einzige Schule im Stadtteil«, erklärt das Magistratspapier. Steigende Schülerzahlen, die Aufgaben als Familienzentrum sowie die Ganztagsaufgaben hätten dem Grundsatzbeschluss 2015 nicht zugrunde gelegen. Mittlerweile sei jedoch klar, dass der Platz, trotz der Verlagerung der Mensa, nicht ausreiche. Aber: »Das Bestandsgebäude aus dem Jahre 1971 sollte auch aus Nachhaltigkeitsaspekten und dem ressourcenschonenden Umgang mit grauer Energie (Baustoffe) nicht abgerissen, sondern so weit möglich erhalten und saniert werden. Somit erfolgte ein Rückbau bis auf das Stahlbetongerüst, welches dann statisch wieder ertüchtigt wurde und in Teilen mit An- und Neubauten ergänzt wird.«

Lüftungsgeräte für Unterrichtsräume

Die Sanierung erreiche den KfW-Effizienzhaus 70-Standard. »Die Fassaden und Dachflächen werden gedämmt, auch bislang ungedämmte Außenwände des Kriechkellers werden abschnittsweise freigelegt, gegen Bodenfeuchte abgedichtet und mit einer Dämmung abgedichtet«, steht im Text des Magistrats.

Die Wärmeversorgung des Schulbaus erfolge über eine Anbindung an das Fernwärmenetz der Stadtwerke. »Das Gebäude wird vollständig mit Raumlufttechnik, inklusive Wärmerückgewinnung, ausgestattet. Die Unterrichtsräume erhalten dezentrale Lüftungsgeräte.« Auf dem Dach werde eine Photovoltaik-Anlage eingerichtet, die »vorrangig den Bedarf der Schule im Betrieb abdeckt und überschüssigen Strom in das Stadtnetz einspeist.« Im Zuge des Neubaus der Mensa habe man bereits eine Zisterne eingebaut, um Regenwasser unter anderem für WC-Spülungen und Außenbewässerung nutzen zu können. Von den Baukosten abgezogen werden Fördermittel für energetisches Bauen. »Zwischenzeitlich haben sich die Bedingungen für die Förderung der energetischen Sanierung verändert, der Zuwendungsbescheid ›Energetische Modernisierung‹ des Landes Hessen vom 14. Juli 2016 in Höhe eines Zuschusses von 1 336 000 Euro wurde zurückgegeben und ein Zuschuss über die ›Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG - KfW) beantragt, der in Höhe von 2 684 640 Euro bewilligt wurde«, dokumentiert der Antrag des Magistrats. Bei den Kosten von rund 1,6 Millionen Euro für die Außenanlagen rechnet die Stadt mit einer Förderung von rund 70 Prozent aus dem Programm »Sozialer Zusammenhalt«.

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