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Grünes Licht für radelnde Spendensammler

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Das Regierungspräsidium Gießen hat die über 250 Kilometer lange Route der »Tour der Hoffnung« durch Hessen genehmigt. Los geht es mit dem Prolog am 11. August.

Gießen (red). Grünes Trikot, gelber Helm - wenn der Tross »Tour der Hoffnung« mit seinen rund 150 Menschen ab dem 11. August drei Tage durch Hessen radelt, werden wieder Spenden für krebskranke Kinder eingesammelt. Und das seit fast 40 Jahren. Über 40 Millionen Euro sind bislang zusammengekommen, von denen die Kinder, Krankenhäuser und auch die Forschung profitierten. Die allesamt ehrenamtlich Aktiven haben keine einfache Zeit hinter sich. Nach zwei Corona-bedingt eingeschränkten Touren und dem plötzlichen Tod von Gerhard Becker im Februar richtet sich der Blick nun mit neuer Vereinsstruktur in Richtung Zukunft. Was nur wenige wissen: Jede »Tour der Hoffnung« wird mehrere Monate zuvor vom Regierungspräsidium (RP) Gießen als genehmigende Behörde begleitet - vom Start bis zur Ziellinie.

Akribische Vorarbeit

Hunderte Kilometer fährt der Tross im Verband auf öffentlichen Straßen, quert Kreuzungen mit roten Ampeln, eskortiert von Polizeimotorrädern. »Dürfen die das?«, könnte man sich fragen. Sie dürfen, dank der akribischen Vorarbeit der Tour-Veranstalter und des RP Gießen. »Wir sind als Regierungspräsidium Gießen stolz, einen Teil zu der Benefizveranstaltung beitragen zu können«, sagt Regierungsvizepräsident Martin Rößler laut einer Pressemitteilung. Inklusive Prolog am 11. August rund um Gießen legen die Radlerinnen und Radler insgesamt laut Planung 254 Kilometer zurück, immer wieder unterbrochen von kurzen Stopps mit Spendenübergaben.

Entworfen werden die Strecken, die teilweise schon bis nach Hamburg und Berlin führten, im engsten Kreis der Tour-Organisatoren. Drei Monate vor der eigentlichen Tour wird der Antrag für eine Erlaubnis gestellt, die Veranstaltung durchführen zu können. Ausschlaggebend sei dabei Paragraf 29 Absatz 2 der Straßenverkehrs-Ordnung. »Veranstaltungen, für die Straßen mehr als verkehrsüblich in Anspruch genommen werden, (…) bedürfen der Erlaubnis«, heißt es darin.

Die Zuständigkeit für die Genehmigung einer Veranstaltung richtet sich nach dem Ort, an dem sie startet. Sind außerdem mehrere Landkreise betroffen, ist das RP als Mittelbehörde für die Genehmigung zuständig. »Da die ›Tour der Hoffnung‹ immer mit dem Prolog in Gießen startet, ist ihre Genehmigung längst bei uns zu einem Dauergeschäft geworden«, sagt Flora von Zezschwitz, Leiterin des Verkehrsdezernats im RP Gießen.

Dem Antrag müssen dabei umfangreiche Anlagen wie Streckenbeschreibungen und -pläne beigefügt werden. »Sobald der Antrag eingeht und alle erforderlichen Unterlagen vorliegen, werden alle betroffenen Behörden angeschrieben und um deren Stellungnahme zu den Plänen gebeten«, erläutert RP-Mitarbeiter Tim Halsch, der in diesem Jahr erstmals für die »Tour der Hoffnung« zuständig ist. Dies sind unter anderem: die Straßenverkehrsbehörden aller Städte und Landkreise, durch welche die Tour führt, Straßenbaulastträger oder auch die Polizei.

Tim Halsch prüft in Abstimmung mit den jeweiligen Behörden, ob die Straßen für die »Tour der Hoffnung« benutzbar sind und unter welchen Auflagen und Bedingungen die Veranstaltung durchgeführt werden kann. »Das Genehmigungsverfahren läuft ausschließlich elektronisch ab«, berichtet er. Wie viele betroffene Behörden angehört worden sind, hat er nicht gezählt, es waren zu viele. Stellt sich heraus, dass eine Streckenverbindung ungeeignet ist, wird in Rücksprache mit Karsten Koch als neuem Strecken-Organisator der »Tour der Hoffnung« und den Behörden eine Ausweichroute herausgesucht.

»Wir waren aufgrund der Umstände doch ziemlich unter Zeitdruck, was die gesamte Organisation angeht«, schildert Karsten Koch, Vorsitzender des neuen Vereins Tour der Hoffnung. »Die Basis für alle weiteren Pläne bildet immer das Genehmigungsverfahren, und wir waren sehr froh, dass wir gemeinsam mit dem RP diese erste große Hürde gut meistern und so final planen konnten.«

Ziel in Fulda

Am Ende des Verfahrens wird vom RP Gießen eine Gesamterlaubnis erteilt. Diese regelt den Ablauf und sorgt für die Sicherheit der Radlerinnen und Radler sowie des gesamten übrigen Verkehrs. Auch andere Belange wie der Natur- und Landschaftsschutz werden geprüft und entsprechend berücksichtigt.

Der Prolog führt diesmal 61 Kilometer durch den Landkreis Gießen. An den darauffolgenden Tagen stehen zwei etwa gleich lange Etappen an. Diese startet in Frankfurt am Main und endet in Pfungstadt. Am 13. August führt sie von Bad Hersfeld nach Fulda.

Tim Halsch ist in Fulda aufgewachsen und hat lange Zeit dort gelebt: Leider sei die Tour mit ihren Hintergründen dort weniger bekannt als im mittelhessischen Raum. »Daher freut es mich umso mehr, dass diese tolle Veranstaltung in diesem Jahr nun auch nach Osthessen kommt und sogar am Buttermarkt in der schönen Fuldaer Innenstadt ihren sicherlich gelungenen Abschluss findet.«

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