1. Startseite
  2. Stadt Gießen

Grundlage für neue Therapieansätze

Erstellt:

Gießen (red). In jedem Jahr erkranken weltweit Millionen von Menschen an der Influenza, der sogenannten »echten« Grippe.

Obwohl Influenza-Viren nur über ein gutes Dutzend an Virusproteinen verfügen, erfüllen sie damit sehr erfolgreich unterschiedlichste Aufgaben - vom Eindringen in die Zellen des Atemtrakts über die Vervielfältigung des RNA-Erbguts bis hin zur Bildung neuer Viren.

Ein Forschungsteam der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und der Philipps-Universität Marburg hat jetzt untersucht, wie insbesondere das virale M1-Protein für zahlreiche verschiedene Prozesse zuständig sein kann - ähnlich wie ein »Schweizer Taschenmesser«. Die Forschungsergebnisse, die Ansatzpunkte für neue Influenza-Therapien bieten könnten, sind jetzt in der Zeitschrift »mBio« veröffentlicht worden.

Das M1-Protein ist nicht nur für die Stabilität des Viruspartikels verantwortlich, sondern reguliert unter anderem auch das Ablesen des Virusgenoms und fördert den Zusammenbau der einzelnen Virusbestandteile sowie das Herausschleusen aus der Wirtszelle (die so genannte Knospung).

Die Forschenden konnten nun erklären, wie sich der Zustand des M1-Protein ändern kann und damit die Virusinfektion in so unterschiedlichen Funktionen unterstützt.

Wie die Gießener Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Lienhard Schmitz und Prof. Dr. Stephan Pleschka in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Michael Kracht sowie Dr. Uwe Linne zeigen konnte, begrenzt das Anfügen einer Phosphatgruppe (Phosphorylierung) an das M1-Protein seine Fähigkeit zur Ausbildung von Multimeren.

Für die Virusvermehrung ist das essentiell.

Auch interessant