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Günstig wohnen mit Waldblick

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Barrierefrei und energieeffizient: 15 der 20 Wohnungen sind bereits vermietet. © Schäfer

Nach 15 Monaten Bauzeit konnte ein bemerkenswertes Projekt der Wohnbau Gießen GmbH eingeweiht werden. Entstanden ist ein hocheffizientes Mehrfamilienhaus mit 20 Sozialwohnungen.

Gießen. Na, das hat ja gerade noch geklappt. 15 Monate, nachdem sie den Grundstein für ein bemerkenswertes Projekt der Wohnbau Gießen GmbH direkt am Philosophenwald gelegt hatte, konnte Gießens scheidende Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz nun ein energetisch hocheffizientes Mehrfamilienhaus mit 20 Sozialwohnungen am Trieb 5 einweihen.

Bauleiter Thomas Beaupain war es dabei besonders wichtig, den Handwerkern seinen großen Dank auszurichten, die das ambitionierte Projekt trotz Pandemie-bedingter Lieferschwierigkeiten fristgerecht und im Kostenrahmen bleibend fertiggestellt hatten - und die wegen Corona ebenso auf ihr Richtfest verzichten mussten wie die neuen Bewohner auf eine richtige Einweihungsfeier.

Wohnbau-Geschäftsführerin Dorothee Haberland betonte in ihrer kurzen Ansprache, dass es in einem prosperierenden neuen Quartier gelungen sei, preisgünstigen Wohnraum mit einer Quadratmetermiete von 6,50 Euro im Monat - und damit deutlich unter dem Gießener Durchschnitt - mit ökologischen und inklusiven Anforderungen zu verbinden. Der Neubau am Trieb 5 bilde zudem den krönenden Abschluss der energetischen Sanierung von Bestandswohnungen im ganzen Quartier.

Von den 20 öffentlich geförderten Wohnungen auf fünf Etagen im Passivhaus-Standard sind 15 bereits vermietet. Die Gesamtwohnfläche von 1155 Quadratmetern teilt sich auf in fünf Vier- und zehn Zwei-Zimmer-Wohnungen sowie fünf Ein-Zimmer-Apartments mit jeweils 40 Quadratmetern Wohnraum, jeweils mit Balkon. Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach sorgt dafür, dass das Gebäude viermal soviel Energie produziert wie es selbst zum Heizen benötigt. In der Kombination mit seiner guten Dämmung verbraucht es selbst weniger als 15 Kilowattstunden (kWh) Heizenergie pro Quadratmeter (m2)Wohnfläche im Jahr. Zum Vergleich: Häuser in Deutschland liegen im aktuellen Durchschnitt mit 160 kWh/m2 beim zehnfachen Wert. Daher könnten die Heizungsnebenkosten sehr gering gehalten und pauschal abgerechnet werden, sagte Thomas Beaupain. Darüber hinaus sei das neue Haus mit seinen breiten Türen, großen Bädern, ebenerdigen Duschen und einem durchgehenden Aufzug vom Keller bis zum Dach barrierefrei und besonders für Rollstuhlfahrer geeignet.

Damit spreche das Haus unterschiedliche Zielgruppen an und sei »ein wichtiger Baustein bei der Umsetzung des städtischen Wohnraumversorgungskonzeptes« mit dem Neubau von 400 Sozialwohnungen und auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2035, freute sich die Oberbürgermeisterin.

Marktentlastung

Die Gesamtinvestitionen beziffert die Wohnbau Gießen GmbH auf rund drei Millionen Euro. 600 000 Euro davon hat die Stadt beigesteuert. Sicherlich gut angelegtes Geld für ein Projekt, das ein wenig Entlastung schaffen soll auf einem angespannten Wohnmarkt. Die nächsten Projekte der Wohnbau stehen bereits in den Startlöchern. Am Alten Flughafen sollen die Bauarbeiten im kommenden Jahr beginnen und 2023 abgeschlossen werden; in der Weserstraße sollen die ersten Mieter 2024 einziehen. Insgesamt werden an beiden Standorten weitere 80 Neubauwohnungen entstehen. Obendrein wird auch die energetische Sanierung im Altbestand fortgesetzt. 2022 folgen die Wohnungen in der Steinstraße, der Möserstraße und am Nahrungsberg, berichtet Dorothee Haberland.

Bislang unterhält die Wohnbau in Gießen rund 7100 Wohnungen in ihrem Bestand, und dieser Bestand wird in den kommenden Jahren durch Neubauten noch weiter wachsen. Damit hat etwa jeder sechste der rund 90 000 Gießener Einwohner sein Zuhause bei der Wohnbau.

Dass die Mieter bei der Wohnbau auch Einflussmöglichkeiten haben, etwa bei der Sanierung oder dem Umbau ihrer Wohnungen, von denen andere Mieter zumeist nur träumen können, scheint sich mittlerweile herumgesprochen zu haben. Bei den gerade zu Ende gegangenen Mieterratswahlen 2021 habe sich die Wahlbeteiligung im Vergleich zum letzten Mal nahezu verachtfacht, betonte Wohnbau-Pressesprecherin Susann Balser-Hahn. Inzwischen gebe es in elf von 13 Mietbezirken der Stadt einen eigenen Mieterrat.

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