1. Startseite
  2. Stadt Gießen

Güterzug mit Panzern sorgt für Aufsehen

Erstellt: Aktualisiert:

giloka_0803_panzer_08032_4c_1
Der Güterzug, der mit Panzern bestückt durch Gießen rollte, sorgte für Aufsehen. Screenshot: Jung © Klaus-Dieter Jung

Ein mit Panzern beladener Güterzug, der über die Brücke in der Rodheimer Straße in Gießen gerollt ist, sorgt für Diskussionen in den Sozialen Medien. Was hat es damit auf sich?

Gießen (kg). Für Aufsehen sorgte am Samstagnachmittag ein Güterzug, der mit Panzern beladen über die Brücke der Rodheimer Straße rollte. Menschen blieben stehen und zückten ihre Handys, um das ungewöhnliche Bild, das sich am Oswaldsgarten bot, als Video aufzunehmen und gleich in Facebook einzustellen.

Dort existieren zwei Versionen, eine aufgenommen aus Richtung Rodheimer Straße, die andere vom Neustädter Tor in Richtung Sachsenhäuser Brücke. Hoheitsabzeichen an den Panzern waren nicht zu erkennen, so dass offenblieb, ob sie zur Bundeswehr oder der US-Armee zählen. Auch gibt es keine Erkenntnisse, wohin der Zug rollte. Militärische Räderfahrzeuge waren auf dem Gießener Ring unterwegs. Ihre Sorgen, die Panzer seien wegen des Ukraine Kriegs unterwegs, teilten manche Nutzer, anderes sahen es locker: »Also nix Neues«, beruhigte eine Userin auf Facebook, die darauf verwies, dass dort immer mal Militärzüge unterwegs sind.

»Ab zum TÜV«, scherzte ein anderer Kommentator. Nüchtern auch die Aussage: »Truppenbewegungen und -verlegungen gab es schon immer und wird es immer geben. Aber Hauptsache gleich alles posten und Hysterien verbreiten wollen. Arme Menschheit!«

Etwas mehr Sachkunde schien ein anderes Facebook-Mitglied zu haben. Es vermutete, dass es amerikanische M1 A1 Abrams Panzer sind, die von Bremerhaven nach Grafenwöhr verlegt wurden. Dort befindet sich ein großer Truppenübungsplatz. Ein ehemaliger Offizier sagte nach dem Sichten des Fotos und vom Video, es seien Panzer der amerikanischen Streitkräfte.

»Die Bundeswehr hat in diesen Tagen ihre Bereitschaft erhöht«, teilte auf Anfrage des Anzeigers der Leiter Informationsarbeit beim Landeskommando Hessen, Oberstleutnant Meinrad Angermayer, mit. Dies gelte auch für Verbände und Truppenteile verbündeter Streitkräfte, die in Deutschland stationiert sind. Somit können militärische Bewegungen im öffentlichen Raum sichtbarer werden, »als es gefühlt oder tatsächlich- bisher der Fall war«. Der Oberstleutnant führt weiter aus, Deutschland liege im Herzen Europas und nehme somit beim Transfer alliierter Kräfte eine besondere Rolle als logistische Drehscheibe ein.

»Aktuell verlegen verschiedene Nationen im Rahmen von Übungen und zur Verstärkung der Nato-Ostflanke Material und Personal aus und durch Deutschland«, berichtet der Bundeswehrangehörige. Daher könne es sogar in Einzelfällen zu Einschränkungen im Verkehrsbereich kommen, da Transportkapazitäten zu Lande, zu Wasser und in der Luft für militärische Zwecke vorgehalten werden müssen. Der Sprecher des Landeskommandos bittet um Beachtung der Verkehrsregeln in der derzeitigen Situation, wenn es im Verkehrsraum zu Begegnungen mit Militärfahrzeugen, speziell, wenn sie in Kolonnen unterwegs sind, kommt. Er gibt dazu Informationen:

Alle Fahrzeuge, mit Ausnahme des letzten, führen auf der Fahrerseite eine blaue Flagge. Das letzte Fahrzeug hingegen trägt eine grüne Flagge.

Verkehrsrechtlich gilt eine so gekennzeichnete Kolonne als ein Fahrzeug. Wenn das erste Fahrzeug bei grün über die Ampel gefahren ist, darf auch das letzte weiterfahren, selbst wenn die Ampel zwischenzeitlich rot zeigt.

Ein Einfädeln in die Kolonne ist nicht erlaubt. Die Kolonne darf nur in einem Zug überholt werden.

Auch interessant