1. Startseite
  2. Stadt Gießen

Gut erklärt ist besser gelernt

Erstellt:

Gießen (red). Ernährung, Kunst, Medizin - so vielfältig der Lernstoff in den verschiedenen Fächern und Fachgebieten ist, so unterschiedlich fällt die didaktische Aufbereitung auch in der digitalen Lehre aus. Und dennoch lassen sich fächerübergreifend Kriterien für qualitativ hochwertige Beiträge festlegen. Besonders gut gelungene Beispiele für hochwertige Lehr-/Lernvideos an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) sind nun erstmals prämiert worden.

Zur Preisverleihung eingeladen hatten die Gießener Hochschulgesellschaft (GHG) und das JLU-Präsidium.

Zum Start des Sommersemesters wurde an der JLU auf Initiative der Vizepräsidentin für Studium und Lehre, Prof. Katharina Lorenz, erstmals ein Förderpreis für qualitativ hochwertige Lehr-/Lernvideos über das hessenweite Verbundprojekt »HessenHub - Netzwerk digitale Hochschullehre Hessen« ausgeschrieben. »Der erstmals ausgelobte Preis für hochwertige Lehr-/Lernvideos soll zum einen eine Anerkennung für das hohe Engagement der Lehrenden an der JLU sein, die in der Lehre unter Pandemiebedingungen Großartiges geleistet haben«, sagt Prof. Lorenz und beglückwünscht die erfolgreichen Teams. »Die Auszeichnung soll zum anderen die öffentliche Aufmerksamkeit auf den didaktisch qualitätsvollen Einsatz von Lehrmedien lenken.«

Der mit 3000 Euro dotierte erste Preis ging an Verena Franke für den Beitrag zum Thema »Ästhetik in der Kindheit«. Die Lernvideos in Legetechnik sind im Rahmen ihres fachdidaktischen Proseminars im Wintersemester 2021/22 am Institut für Kunstpädagogik der JLU entstanden - im Sinn eines »didaktischen Doppeldeckers« als Teil der Prüfungsleistung. Die Inhalte des preisgekrönten Beitrags wurden von den Studierenden Frieda Rau und Lara Schliebs in Legetechnik umgesetzt.

Den zweiten Preis in Höhe von 1000 Euro erhielten Prof. Stefan Wahlen und Judith Schryro vom Institut für Verbraucherforschung, Kommunikation und Ernährungssoziologie der JLU. Ihr Beitrag »Auf dem Ufer der Kultur: Wie Essen sozial differenziert und integriert« zum Thema »Mahlzeiten und Tischgemeinschaften« überzeugte die Jury vor allem »durch die didaktische Einbettung in ein gut durchdachtes Gesamtkonzept«.

Mit dem mit 500 Euro dotierten dritten Preis wurde das Lehre-Team der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie am Universitätsklinikum Gießen ausgezeichnet. In den Videos zu »Maßnahmen der kardiopulmonalen Reanimation nach den Leitlinien 2021 (ERC)« werden notfallmedizinische Interventionen mit Schauspielerinnen und Schauspielern nachgestellt und durch einen Sprecher kommentiert. »Der Beitrag stellt auf hohem technischen Niveau eine gelungene Ergänzung und Narration konkreter lebensnaher - und auch gesellschaftlich sehr wichtiger - Fallsimulationen dar«, urteilte die Jury.

Außerdem erhielten Prof. Holger Nef, Prof. Oliver Dörr und Felix Hofmann aus der Medizinischen Klinik I, Kardiologie und Angiologie, ebenfalls UKGM am Standort Gießen, für ihren Beitrag Kardio.education live in Verbindung mit »Kardio.education life on demand« einen Sonderpreis in der Kategorie »Innovation und hoher Digitalisierungsgrad«. Die Jury lobte »den hohen Digitalisierungsgrad und die beeindruckende technische Leistung« der Videos.

Der Förderpreis, der unter dem Namen VenioVideo:Disco ausgeschrieben wurde, versteht unter dem Lehrmedium Video audiovisuelle Materialien, in denen die Lehr-/Lerninhalte didaktisch angemessen aufbereitet angeboten werden. Es handelt sich um ein asynchrones Format, das überwiegend zeit- und ortsunabhängig in Selbstlernphasen zum Einsatz kommt. Die Lehr-/Lernvideos sollten laut Ausschreibung didaktisch in ein übergreifendes Lehr-/Lernkonzept eingebettet sein und in Form von beispielsweise Vorlesungsaufzeichnungen, Screencasts, interaktiven Videos, mit Legetechnik oder Animationen umgesetzt worden sein.

Auf die Ausschreibung hin hatten sich zahlreiche Lehrende der JLU beworben. Über die Platzierung auf Basis zuvor definierter Bewertungskriterien entschied eine Jury unter dem Vorsitz der JLU-Vizepräsidentin Lorenz, die sich aus Mitarbeitenden des HessenHub-Projekts, der Stabsabteilung Studium und Lehre, Weiterbildung und Qualitätssicherung (StL) sowie des Hochschulrechenzentrums (HRZ) zusammensetzte. Der Förderpreis soll künftig jährlich zu Beginn des jeweiligen Sommersemesters ausgeschrieben werden.

HessenHub ist ein aus 13 hessischen Hochschulen bestehendes Netzwerk, das seit 2019 vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) beziehungsweise im Rahmen des Hessischen Digitalpakts Hochschulen der Landesregierung gefördert wird.

Die am Projekt beteiligten Hochschulen verstehen den digitalen Wandel in der Gesellschaft auch für die akademische Lehre als wichtige Herausforderung und Querschnittsaufgabe an den einzelnen Standorten sowie als gemeinschaftliche Entwicklung. Dazu bauen die Hochschulen ihre Kompetenzen aus und entwickeln gemeinsam innovative Lehrprojekte.

Auch interessant