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Gut vorbereitet für Bundeswettbewerb

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Gießen. Eine bemerkenswerte Vorstellung boten die Teilnehmer eines Vorbereitungskonzerts der Musikschule Gießen am Sonntag im Hermann-Levi-Saal. Die ausgewählten Kandidaten für die Ausscheidung des Bundeswettbewerbs Jugend in dieser Woche in Oldenburg zeigten ein Leistungsniveau, das enorme Fortschritte dokumentiert. Es war ein Vergnügen für die Zuhörer.

Den Auftakt bestritten die beiden Sänger Diana Christina Iancu (14), Sopran, und Joachim Ströde (18), Bariton. Einfühlsam begleitet von Hermann Wilhelmi am Klavier musizierten sie fünf Partien aus Werken von Giacomo Perti, Mozart, Franz Abt und Emmerich Kálmán. Bei Mozarts Duettino aus »Don Giovanni« konnten sie ihr Potenzial voll entfalten. Mozarts Duett von Pamina und Papageno aus der »Zauberflöte« gestalteten sie mit sicherer Intonation und kraftvoller Dynamik. Ihr Höhepunkt war aber schließlich Kálmáns »Komm mit nach Varasdin« (aus der »Gräfin Mariza«), geradezu ein Gassenhauer der Operette. Den bekam das Duo charmant auf die Bühne. Ihre klare Intonation und sichere Choreografie machten den launigen Titel (»meine Leidenschaft, brennt heißer noch als Gulaschsaft«) zu einem großen Vergnügen und brachte ihnen rauschenden Beifall des erheiterten Publikums ein. Eine schöne Idee war die tänzerische Verbeugung Strödes vor Iancu als Abschluss: großartig.

Konstantin A. Michael Reus, Violoncello (Juliane Reus, Klavier) präsentierte sich anschließend konzentriert und präzise. Zunächst musizierte er Bachs Prelude (aus sechs Suiten für Violoncello solo BWV 1007) und gewann dann bei Dvoraks Rondo für Violoncello und Klavier deutlich an Sicherheit. Der herausforderdnste Teil für ihn war Stravinskys Serenata (aus der »Suite Italienne«). Das Werk steckt voller diffiziler Elemente. Bemerkenswert, wie er voller Elan daran ging, sie zu überwinden. Deutlich wurde hierbei ein Talent für die narrative Spielweise, die ihm am Herzen liegt.

Klassik und Musical

Mezzosopranistin Lea Schubert sang zwei Titel aus den Bereichen Pop und Musical (Klavier: Gabriela Tasnadi). Zunächst wählte sie den Titel »Burn« aus dem Musical »Hamilton«. Hier zeigte sich, was für alle Teilnehmer des Wettbewerbs gilt: Es wurden beachtliche Fortschritte erzielt. Lea Schubert zeigte kraftvolle Emotion und überzeugte auch im szenischen Spiel. Es folgte Alice Donas »Je suis malade«.

Zur Erweiterung des Rahmens für die Wettbewerbsteilnehmer trat dann der Jugendchor der Musikschule auf. Die acht jungen Mädchen bestritten das erste Mal ein Konzert gemeinsam auf einer Bühne, was ihnen durchaus anzumerken war. Sie hatten ein buntes Pop-Repertoire vorbereitet und legten zur Klavierbegleitung von Gabriela Tasnadi los mit »A million dreams« (aus »The greatest showman«). Da kam zum Teil richtig Schwung auf, der sich weiter steigerte. Es gab herzlichen Beifall.

Die gut vorbereiteten Teilnehmer fahren nun am Wochenende zum Bundeswettbewerb nach Oldenburg.

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