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Gute Alternative zum Neukauf

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Trotz großem Angebot schrumpft die Besucherzahl gegenüber bisherigen Tauschbörsen. © Jung

Gießen . Deutlich weniger Besucher als in der Vergangenheit kamen jetzt zum Kleidertausch von Greenpeace Gießen. Neun Mitglieder waren schon früh auf den Beinen, um alles in den Räumen in der Georg-Philipp-Gail-Straße herzurichten.

Morgens ab 11 Uhr konnten Leute, die ihren Kleiderschrank aufgeräumt hatten, Überzähliges abgeben. Sowohl Kinder- als auch Erwachsenenkleidung nahm Greenpeace an. Maximal jedoch fünf Teile, beim anschließenden Tausch durften die Frauen und Männer beliebig viele mitnehmen. »Mit dem Kleidertausch wollen wir einen Kontrapunkt zum unbegrenzten Konsum neuer Kleidung und der damit verbundenen Ausbeutung und Umweltverschmutzung setzen«, machte eine Sprecherin deutlich.

Ein großes Problem für den Klimaschutz stelle das Geschäftsmodell von Unternehmen wie Primark oder H&M dar: Wöchentlich oder täglich wechselnde (Unter)-Kollektionen für wenig Geld, die in hohen Stückzahlen produziert werden »und letztlich nichts weiter als Wegwerfware sind«. Rund 200 Milliarden Kleidungsstücke wurden 2020 weltweit hergestellt - etwa doppelt so viel wie 2014. Verkauft wurden 2020 »nur« 160 Milliarden. Zudem werde selbst gekaufte Kleidung zum Großteil nicht benutzt, wie eine Greenpeace-Untersuchung unter deutschen Verbraucherinnen und Verbrauchern 2015 ergab: Ein Fünftel der Kleidung wurde nie getragen. Eine gute Alternative zum Neukauf ist der Kleidertausch. Die Teilnehmer bringen gewaschene, gut erhaltene Kleidung mit und dürfen sich ebenso viele Stücke wieder mit nach Hause nehmen.

»Ich finde das total cool«, begeisterte sich ein junger Mann, der bei den Hemden stöberte. Bei 80 Prozent der angebotenen Bekleidung handelte es sich um Stücke für Frauen. Christian stöberte bis fast zum Ende der Tauschbörse. Und er kam nicht nur wegen der Klamotten. »Das ist ein tolles Beisammensein und alles ist gut organisiert!«. Bei der Kinderkleidung für seine beiden Kinder wurde er fündig und steckte die Sachen zufrieden in den mitgebrachten Rucksack. Greenpeace redete ausführlich mit den Kunden und unterstrich immer wieder: »Wir fordern die Regierung auf, Maßnahmen zu ergreifen und der Modeindustrie per Gesetz deutlich zu machen, dass es so nicht weitergehen kann! Unternehmen, die mit ihren Geschäftspraktiken den Planeten und das Leben von Menschen zerstören, müssen zur Verantwortung gezogen werden!«

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