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Hanau-Gedenken und Corona-Protest

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Foto: Scholz © Scholz

Mahngang für die Opfer des rassistisch motivierten Anschlags von Hanau, davor ein »Schweigemarsch« von Corona-Kritikern: In Gießen ist heute viel los.

Gießen (jmo). Mehrere Demonstrationen führen heute in der Gießener Innenstadt zu Verkehrsbehinderungen. Aktuell läuft eine Gedenk-Kundgebung für die Opfer des Anschlags von Hanau vor zwei Jahren. Die Teilnehmenden ziehen in einem Mahngang über den Anlagenring und durch die Innenstadt. Davor waren Corona-Gegner ebenfalls auf dem Anlagenring unterwegs. Die angemeldete Versammlung hat inzwischen ihren Zielort am Messeplatz erreicht und ist beendet worden. Die Polizei spricht von in der Spitze knapp 700 Teilnehmenden. Laut unserem Reporter vor Ort formierte sich am Berliner Platz friedlicher Gegenprotest, an dem sich rund 150 Personen beteiligten. Lediglich als die Kritiker der Pandemie-Maßnahmen die Umgebung aus einem Lautsprecherwagen mit Kinderstimmen beschallten, seien »Buh«-Rufe zu hören gewesen. An der Ostanlage versuchten Gegendemonstranten, sich dem »Schweigemarsch« in den Weg zu stellen. Die Polizei sprach Platzverweise aus. Der Corona-Demozug hatte sich Kinderrechte auf die Fahnen geschrieben. »Nur unbeschwerte Kinder sind glücklich«, war auf einem großen Transparent zu lesen. Auf weiteren Plakaten stand etwa »Eine Gesellschaft, die Gesunde ausgrenzt, ist verhaltensgestört und krank«.

Wenig später ist auf dem Berliner Platz eine Gedenkveranstaltung zum Jahrestag des rassistisch motivierten Anschlags in Hanau gestartet, an der aktuell ebenfalls mehrere hundert Menschen teilnehmen. Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher findet in seiner Rede deutliche Worte: »Dieser Tag gehört nicht den Corona-Gegnern, sondern den Opfern von Hanau vom 19. Februar 2020.«

Ein ausführlicher Bericht folgt.

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Auf dem Berliner Platz läuft das Gedenken an die Opfer von Hanau. © Wißner

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