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Hanno Kern will es wissen

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Seit Monaten macht Hanno Kern (Mitte) Wahlkampf im Ebsdorfergrund. Ziel ist das Bürgermeisteramt. Foto: Andreas Marx © Andreas Marx

Hanno Kern kandidiert am kommenden Sonntag als Bürgermeister im Ebsdorfergrund. Erfahrungen aus Gießen bringt er mit.

Gießen/Ebsdorfergrund. Hanno Kern ist in der Stadt bekannt - als Polizeibeamter, aber auch als Politiker der CDU. Und der Politiker im Gießener will es wissen: Am kommenden Sonntag tritt Kern bei der Bürgermeisterwahl im Ebsdorfergrund an. »In der SPD-Hochburg gab es einen Amtsinhaber, der seit 30 Jahren dabei ist. Das ist eine interessante Herausforderung für mich. Ich habe schon viele Wahlkämpfe gemacht und unterstützt und dabei immer wieder realisiert, was ich anders machen würde«, erzählt Kern. Die Chance, selbst zu kandidieren und manches anders zu machen, sieht der Polizeibeamte als Krönung der kommunalpolitischen Laufbahn.

Vier Wochen ohne Gegner

Unterwegs mit Hanno Kern in der Innenstadt. Diesmal nicht mit dem Politiker sondern mit dem Schutzmann vor Ort und Polizeihund Bones. Ein kurzes Gespräch hier, ein Gruß da. Der zweifache Vater ist verwurzelt in der Stadt. Was zieht ihn in den Ebsdorfergrund? »Ich habe mir die Gemeinde mit ihren elf Ortsteilen angeschaut. Es ist eine gesunde Gemeinde mit ganz viel Luft nach oben, die finanziell sicher da steht. Nachhaltige Gemeindeentwicklung gibt es bislang kaum. Digitale, moderne Verwaltung wenig. Politisches Miteinander, Transparenz, Bürgerbeteiligung. Das alles ist ausbaufähig«, beschreibt der Gießener die Herausforderung. Er tritt als unabhängiger Kandidat an, der von Freien Wählern und CDU unterstützt wird. Kurz nachdem seine Kandidatur öffentlich bekannt gewesen sei, habe der Amtsinhaber mitgeteilt, dass er nicht mehr antreten wolle. »Dann war ich vier Wochen ohne Gegenkandidat, wodurch ich immer einen Vorsprung habe. Schließlich kam die Nachricht, dass ich gegen Maximilian Kühn von der SPD antrete«, führt der Polizeioberkommissar aus. Seit April fokussiere er sich voll auf den Wahlkampf. Zentrales Argument für die Kandidatur: der Wunsch, im Hauptamt politisch gestalten zu können.

»Vor dem Wahlkampf habe ich Urlaub genommen. Es passt nicht, tagsüber als Polizist zu arbeiten und abends Wahlkampf zu machen. Das muss man trennen.«, betont der Gießener. Unter anderem durch Einsätze im Zusammenhang mit dem Ausbau der A49 habe er viele Überstunden aufgebaut, die er nun abbaue. »Ein guter Wahlkampf bedeutet, dass man punktiert immer dabei ist. Es geht ja auch darum, dass man mich bislang im Ebsdorfergrund nicht kannte.« Elf Ortsteile erforderten viel Aufmerksamkeit.

»Erfahrung kommt mir sehr zugute«

»Seit April habe ich meinen Zweitwohnsitz im Ebsdorfergrund. Mein Lebensmittelpunkt ist dort hin gewandert«, erzählt der Kampfsportler. Aus Gießen könne er eine ganze Reihe Themen in die Gemeinde mitnehmen. »Das ist zum Beispiel die Kommunikation mit ganz verschiedenen Menschen. Da kommt mir meine Polizeierfahrung sehr zugute.« Ab 2016 als Stadtverordneter Teil der Großen Koalition, habe er »dort das politische Laufen gelernt. Ich musste in dieser Zeit mit ganz unterschiedlichen Protagonisten arbeiten und auf Themen zugehen. Das kommt mir jetzt zugute. Denn ich habe mich etwa mit ganz vielen nachhaltigen Themen auseinandergesetzt. Ich war wirklich geschockt, als ich in den Ebsdorfergrund gekommen bin und erfahren habe, dass der Standard in Sachen Nachhaltigkeit hier sehr niedrig ist. Vielleicht sollte man nicht mehr so viel versiegeln.« Elektroauto, Carsharing - bislang werde das in der Gemeinde nicht umgesetzt. Für ihn sei es deshalb einfach, im Ebsdorfergrund politische Ideen aufzunehmen, umzusetzen und zu entwickeln. Denn auch mit Akteuren aus dem Bereich Nachhaltigkeit habe er sich in Gießen intensiv auseinandersetzen müssen. »Gerade in einer Studentenstadt ist in diesem Bereich alles noch fokussierter. Man denke etwa an ›Fridays for Future‹. In diesen Erfahrungen sehe ich einen großen Vorteil.« Hinzukomme die aus langer politischer Erfahrung resultierende Fähigkeit zum politischen Kompromiss. »Natürlich werde ich Gießen verbunden bleiben. Meine Mutter und viele gute Freunde leben hier. Mein Elternhaus ist hier. Ein Bürgermeister muss seinen Lebensmittelpunkt aber in seinem Zuständigkeitsbereich haben. Deshalb: Wenn ich gewinne, breche ich in Gießen die Zelte ab und ziehe in den Ebsdorfergrund«, resümiert der zweifache Vater.

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