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Hasenmarmelade von den Pinguinen

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Ob Marmelade oder Gebäck: Die von den Kindern angebotenen Waren finden reißenden Absatz. Foto: Smat © Smat

Gießen. »Wer möchte Gewürzgurken?« - »Wir haben Mirabellenmarmelade!«, tönt es von allen Seiten beim Markttag im Montessori-Kinderhaus. Dieser ist seit Jahren fester Bestandteil des Erntedankfestes im Wartweg. »Die Kinder sind total scharf darauf«, verrät die Leiterin Mechtild von Niebelschütz. Die Montessori-Pädagogik schätzt und fördert Selbstständigkeit, daher legen die Kinder die Preise eigenständig fest und verkaufen auch selbst.

»Eine Paprikaschote kann da schon acht Euro kosten«, sagt von Niebelschütz lächelnd. Unter Anleitung von Elena Kausch, Monika Carl und Tabea Loh haben die Kinder in wochenlanger Vorbereitung gekocht, gebacken und gebastelt. Von eingelegten grünen Tomaten, über bedruckte Taschen und »Tigermüsli« - die Auswahl ist reichlich. Für die »Hasenmarmelade« der Pinguingruppe haben die Kinder im Vorfeld Äpfel auf Süße, Farbe und Formen geprüft.

Ziel ist es, den Kindern einen achtsamen Umgang mit Lebensmitteln näherzubringen. »Wir sind ein Teil der Schöpfung und haben die Aufgabe, die Schöpfung zu bewahren«, so von Niebelschütz. Die verarbeiteten Zutaten kommen aus dem hauseigenen Hochbeet, von Eltern sowie aus Spenden von Edeka.

Nach gemeinsamem Singen und dem Vorlesen eines Gebets stürzen sich die Kinder unter Klatschen auf ihre Stände und enthüllen die zuvor mit Tüchern verdeckten Waren. Binnen kürzester Zeit sind die Tische fast leer. Was nicht verkauft wird, wird beim gemeinsamen Frühstück verbraucht.

Für manch einen ist nach Ende der Feier noch nicht Schluss. Das neugebaute Gartenhaus hat noch kein Dach. Deshalb bleiben einige Väter noch, um kräftig anzupacken.

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