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»Hat mit Tierquälerei nichts zu tun«

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Pferdemessen wie die heute in Gießen startende Veranstaltung vermittelten dem Publikum ein falsches Bild zum Umgang mit den Tieren, zeigt sich Peta überzeugt. Archivfoto: dpa © Red

Peta kritisiert die am Freitag in Gießen beginnende Reitsportmesse - eine Expertin hält dagegen

Gießen (bj). Ab heute richtet sich die Reitsportmesse Rhein-Main drei Tage lang in den Gießener Hessenhallen an Pferdefreunde und Reiter aus der Region Mittelhessen. »Zahlreiche Aussteller präsentieren dort die neuesten Trends aus der Pferdeszene, im Showprogramm wird ein vielseitiger Einblick in die Welt des Pferdes gegeben, das Reitsportmesse-Forum bietet Fortbildungsmöglichkeiten für jedermann«, heißt es in der Ankündigung des Programms.

Die Tierrechtsorganisation Peta kann sich allerdings nicht für diese Angebote erwärmen. Ganz im Gegenteil: In einer Pressemitteilung fordert sie von den Veranstaltern, »das Event in dieser Form nicht mehr auszurichten«. Als Argument wird angeführt, dass »Pferdemessen mit Menschenmassen und einem hohen Lärmpegel für die sensiblen Fluchttiere immensen Stress« bedeuteten. Zudem würden im »sogenannten Pferdesport« die Tiere »oft mit Gerten oder Sporen zu Höchstleistungen gezwungen«. Messen wie die in Gießen förderten diese Branche durch ihre Angebote und Wettbewerbe - »sie vermitteln ein falsches Bild zum Umgang mit fühlenden Lebewesen«, beklagt Jana Hoger, Fachreferentin bei Peta. Hinzu kämen bisweilen weite Anfahrtswege, bei denen die Tiere lange in engen Räumen eingesperrt seien. Die Forderung der Tierrechtsbewegung lautet daher, »den Blick auf das Lebewesen Pferd in Zucht, Haltung und auf Ausstellungen künftig neu auszurichten und keine lebenden Tiere mehr vorzuführen oder für Unterhaltungszwecke zu missbrauchen«.

Elke Link, Geschäftsführerin des Gießener Reitsportshops Equiva, kann diese Vorwürfe von Peta nicht ganz nachempfinden. Tiere, die zu Stress oder Panik neigen, könnten bei solchen Veranstaltungen gar nicht erst eingesetzt werden, erläutert sie gegenüber dem Anzeiger. Zudem sei es doch auch schön, wenn man das Thema Pferd einer größeren Gruppe von Menschen näher bringen könne. Außerdem seien die bei solchen Messe auftretenden Tiere gewohnt, sich vor einem Publikum zu präsentieren. Eine solche Informationsveranstaltung habe »mit Tierquälerei jedenfalls nichts zu tun«.

Das könne jeder selbst beurteilen, der diese Pferdemesse besuche, zeigt sich Elke Link überzeugt.

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