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Hausmannskost mit »Wumms«

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Dreimal hat Manuel Zimmermann (rechts) die Juroren bereits überzeugt. Jetzt kocht er bei der »Küchenschlacht« um den Sieg. © ZDF/Ulrich Perrey

Von der Volksbank Mittelhessen ins TV-Studio: Manuel Zimmermann steht im Finale der ZDF-«Küchenschlacht«. Heute muss er dabei Starkoch Johann Lafer überzeugen.

Gießen . Gerade einmal 35 Minuten hat Manuel Zimmermann Zeit, dann müssen die selbstgemachten Gnocchi mit Champignonrahmsoße und Ofentomaten auf dem Tisch vor Juror Tarik Rose stehen - und das, obwohl der 24-Jährige, der bei der Volksbank Mittelhessen im Schiffenberger Weg arbeitet, das Rezept zuvor erst einmal getestet hat. Doch der Mut wird belohnt: Zimmermann hat bei der ZDF-Sendung »Küchenschlacht« das Finale erreicht und kocht am heutigen Donnerstag ab 14.15 Uhr um den Sieg.

Im vergangenen Herbst lag der 24-Jährige krank auf dem Sofa und schaute sich die Kochsendung im Fernsehen an. »›Das kannst du auch‹ dachte ich mir«, erzählt er im Gespräch mit dem Anzeiger. Gesagt, getan: Zimmermann bewarb sich online und schickte einige Fotos selbstgekochter Gerichte mit. Bereits wenige Wochen später erhielt er die Zusage und machte sich auf den Weg ins Fernsehstudio nach Hamburg. Die vier Folgen, die in dieser Woche ausgestrahlt werden, wurden im November aufgezeichnet.

»Ich war mega angespannt vor dem ersten Bissen«, erinnert sich der 24-Jährige an den Moment, als Fernsehkoch Rose die selbst gemachten Gnocchi probierte. Auch, weil die Rahmsoße mit längerer Standzeit noch anziehe: »Da fühlt sich jede Sekunde lang an.« Juror Rose aber gefiel, was er auf dem Teller hatte: »Das ist ein schönes Gericht. Das hat richtig Wumms.«

Kaum Zeit zum Verschnaufen

Normalerweise kochen die Kandidaten der »Küchenschlacht« fünfmal pro Woche. Diesmal ist wegen der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele bereits am Donnerstag Schluss.

Zwischen den einzelnen Drehtagen habe er kaum schlafen können, zu sehr beschäftigte ihn das am Tag Erlebte und bei dem engen Zeitplan während des Kochens blieb kaum Zeit zum Verschnaufen.

Für die ersten drei Folgen durften die Kandidaten eigene Gerichte wählen. Der 24-Jährige hatte sich zum Auftakt für sein Leibgericht entschieden: Mehlklöße mit Kartoffeln, Speck, Zwiebeln und Apfelkompott. Ein Rezept, das der junge Mann von seiner Oma gelernt hat - und das erste Essen, was er selbst kochen konnte. Auch seine Mutter, die in ihrer Heimat im Marburger Raum das Kita-Essen auf Frischkost umgestellt hatte, hat den Sohn mit Tipps versorgt. Wenn es die Zeit zulässt, greift Zimmermann ihr nach Feierabend gerne beim Kochen unter die Arme.

In der zweiten Sendung standen Vorspeisen auf dem Plan. Hierfür hat der Bankangestellte eine hessische Kartoffelsuppe mit Apfelschaum und Garnelenspieß gekocht und damit Juror Ali Güngörmüs überzeugt. Mit seiner Teilnahme bei der »Küchenschlacht« wolle er auch zeigen, »was Hausmannskost kann«. Denn für leckere Gerichte müsse man nicht im Feinkostladen einkaufen gehen.

Das kommt offenbar auch bei den Kunden der Volksbank Mittelhessen an: Bereits mehrfach sei er in dieser Woche auf seine Teilnahme bei der Kochsendung angesprochen worden. Auch nach den Rezepten haben ihn die Bankkunden gefragt und auf seinem Insta-gram-Account freut er sich über viele neue Herzchen.

Wie das Finale für ihn ausgeht, darf Zimmermann selbstverständlich nicht verraten. Diesmal müssen die beiden verbliebenen Kandidaten ein ihnen unbekanntes Rezept bewerkstelligen: Moderator und Fernsehkoch Johann Lafer fordert von ihnen eine vegane Misosuppe mit vietnamesischen Sommerrollen.

Das Kochen vor Publikum und Fernsehkameras sei zunächst gewöhnungsbedürftig gewesen, erinnert sich der Kandidat. »Aber wenn ich im Kochen drin bin, nehme ich von dem Drumherum nicht mehr viel wahr.« Auch seine Arbeit bei der Bank sei hilfreich gewesen - schließlich habe er oft mit fremden Menschen zu tun und müsse sich kurzfristig darauf einstellen. Zusammen mit der Freundin seines Cousins habe er sich zudem vorbereitet: Sie spielte Fernsehkoch Lafer und stellte ihm während des Schälens und Schnippelns Fragen.

Doch nicht nur durch die Ablenkung und den Zeitdruck unterscheidet sich das Kochen im TV: Auch auf eine neue Küche und andere Utensilien müssen sich die Kandidaten kurzfristig einstellen.

Seine Teilnahme schaut sich Zimmermann immer in der Mittagspause mit seinen Kollegen an - und hat ihnen bereits versprochen, für sie in der hauseigenen Küche nochmal den Kochlöffel zu schwingen.

Egal wie es für Zimmermann im Finale läuft: Wenn es nach ihm geht, wird die Teilnahme bei der »Küchenschlacht« nicht sein einziger Besuch in einem Fernseh-Kochstudio sein. »Es hat so viel Spaß gemacht, ich habe jetzt Blut geleckt. Wenn ich darf, würde ich es gerne noch einmal machen.«

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