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Herausforderung für Hochschulen

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Dieses vom ukrainischen Katastrophenschutz veröffentlichte Foto zeigt einen Brand in einem Fakultätsgebäude der Universität Charkiw, der durch einen russischen Raketenangriff verursacht worden sein soll. © Emergency Service Of Ukraine/PA Media/dpa

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fordert ein Unterstützungsprogramm zur Integration von Studierenden, Forschenden und Lehrenden aus der Ukraine.

Bonn/Gießen (red). Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) mahnt ein Unterstützungsprogramm für die deutschen Hochschulen zur Integration von Studierenden, Forschenden und Lehrenden aus der Ukraine an. Der DAAD hat sich jetzt mit seinen Mitgliedshochschulen zu den aktuellen Entwicklungen in der Ukraine und zu den anstehenden Herausforderungen ausgetauscht. »Ich möchte mich im Namen des DAAD bei unseren Mitgliedshochschulen, ihren Beschäftigten und Studierenden sehr herzlich für ihre Solidarität mit der Ukraine und ihre Eigeninitiativen der letzten Tage bedanken«, äußert sich Prof. Joybrato Mukherjee, Präsident des DAAD und auch der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), in einer Pressemitteilung.

»Sie arbeiten intensiv daran, Ukrainerinnen und Ukrainer an ihren Hochschulen zu unterstützen. Zudem setzen sie entsprechend unserer Empfehlungen ihre Zusammenarbeit mit russischen Institutionen aus, um auf diese Weise die Maßnahmen der Bundesregierung und der Europäischen Union zur Sanktionierung und Isolierung Russlands zu unterstützen.«

Nach den Gesprächen mit den Mitgliedshochschulen zeige sich, dass die Hochschulen im Land zeitnah in die Lage versetzen werden müssten, sich intensiv um geflüchtete Studierende und Forschende aus der Ukraine zu kümmern. »Wenn wir uns einen längeren Krieg in der Ukraine oder ein umfassendes russisches Besatzungsregime im Land vorstellen, müssen wir mit einer sehr großen Zahl an Ukrainerinnen und Ukrainern rechnen, die zu uns kommen werden und um die wir uns kümmern werden. Wir brauchen daher rasch ein von der Bundesregierung finanziertes großes Unterstützungsprogramm für die Hochschulen, damit diese den ukrainischen Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine Perspektive bieten können«, so Mukherjee weiter. Dabei müssten auch die zusätzlichen Bedarfe der deutschen Studierendenwerke berücksichtigt werden.

Aus DAAD-Sicht sollte ein Unterstützungsprogramm mehrere Säulen umfassen, die sich bereits in anderen Konflikten bewährt haben:

• Stipendien für ukrainische Studierende, Promovierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in den kommenden Wochen und Monaten zu uns kommen, sowie die unbürokratische Verlängerung der Förderung für diejenigen, die bereits bei uns sind;

• Unterstützung der deutschen Hochschulen bei der Betreuung und Begleitung der Ukrainerinnen und Ukrainer während der Förderung und darüber hinaus;

• Unterstützung der deutschen Hochschulen bei der fachlichen und sprachlichen Weiterqualifikation von akademisch vorqualifizierten Fachkräften mit Blick auf den deutschen Arbeitsmarkt;

• Unterstützung der deutschen Hochschulen bei der Entwicklung und Bereitstellung von digitalen Angeboten für ihre ukrainischen Partnerhochschulen, solange diese ihren Betrieb aufrechterhalten können;

• Leadership-Programme für zukünftige Führungskräfte, die nach einer späteren Stabilisierung der Lage Führungsaufgaben in der Ukraine übernehmen werden.

Der DAAD ist zu den Programmelementen bereits mit der Bundesregierung im Gespräch.

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