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»Herausragendes Schmuckstück«

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Von: Lukas Jahn

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Insgesamt acht Millionen Euro kostete der Neubau des aus drei Häusern bestehenden Ensembles. Foto: Jahn © Jahn

Das Ensemble der drei neuen Gewächshäuser im Botanischen Garten Gießen wurde nun offiziell eingeweiht .Auch die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn war zugegen.

Gießen. Ein Ort für Forschung, Lehre sowie Begegnungen, und dass für die gesamte Stadtgesellschaft. Diesen Anspruch hat der Botanische Garten der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) als grüne Oase inmitten der Stadt ohnehin. Eine weitere Aufwertung erfährt das Areal durch den nun offiziell eingeweihten Neubau der Gewächshausanlage. Zahlreiche Ehrengäste erschienen zur Einweihung in dem durch seine prägnante Kuppel weithin sichtbaren Palmenhaus.

Insgesamt acht Millionen Euro kostete der Neubau des aus drei Häusern bestehenden Ensembles. Gut angelegtes Geld, wie alle Redner betonten. Stolz ist Universitätspräsident Prof. Joybrato Mukherjee auf den Botanischen Garten als »herausragendes Schmuckstück« der Universität, welches zugleich wichtige Infrastruktur für Forschung und Lehre bietet.

Den Beitrag des Botanischen Gartens zur Bewahrung von Artenvielfalt und der Bekämpfung des Artensterbens hob die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn hervor. Auch im Hinblick auf die Klimakrise könne in den neuen Gewächshäusern wichtige Arbeit, beispielsweise durch Wissenschaftskommunikation, geleistet werden. Schließlich zeichnet sich die Anlage nicht zuletzt auch durch ihren Disziplinenreichtum aus. Auch die Stadt Gießen ist sehr glücklich über ihre »Oase mitten in der Stadt«. Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher betonte die Verbundenheit der Gießener Stadtbevölkerung zum Botanischen Garten, während der Schließzeiten sei der Garten als Begegnungsstätte und Erholungsort sehr vermisst worden. In den heißen Sommertagen habe zudem jeder die Bedeutung des Gartens für das Mikroklima der Innenstadt spüren können.

Eine fachliche Einführung in die hochspezialisierten Gewächshäuser gab der von Mukherjee passenderweise als »eigentlicher Hausherr« bezeichnete wissenschaftliche Leiter des Botanischen Gartens, Prof. Dr. Volker Wissemann. Im Palmenhaus finden neben Veranstaltungen wie der »Grünen Schule« vor allem kälteempfindliche Kübelpflanzen im Winter eine Heimat. Im dreigeteilten Ernst-Küster-Haus können verschiedene klimatische Bedingungen simuliert werden. Es dient so der Aufnahme von tropischen Pflanzen, wie zum Beispiel Kakteen oder Palmen.

Das runde Victoria-Haus beheimatet die große Victoria-Seerose und weitere Wasserpflanzen. Alles in allem wird auch die Forschung sehr von den Neubauten profitieren, und die dortige Forschung sei »zentral für die Zukunft der Erde«, wie Wissemann betonte.Innerhalb von fünf Jahren sind die vormals teils stark baufälligen sowie nicht umfangreich nutzbaren Gebäude erneuert worden. Dabei hat man sich durchaus an der langen Historie des Botanischen Gartens in Gießen orientiert. Schließlich handelt es sich bei dem Botanischen Garten, dessen Anfänge sich bis 1609 zurückverfolgen lassen, auch um ein Kulturdenkmal, wie Petra Zellner, Vertreterin des Direktors des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen, betonte. So wurden beispielsweise beim Neubau des Palmenhauses wesentliche Elemente des historischen Baus aufgenommen. Das angrenzende Außenbecken und historische Wand konnten erhalten werden.

Die neue Anlage ist einen Besuch wert, der Botanische Garten ist noch bis 20. Oktober täglich bis 16 Uhr geöffnet.

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Angela Dorn überreicht Volker Wissemann und Joybrato Mukherjee einen grünen Schlüssel. Foto: Jahn © Jahn

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