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Heuchelheimer Straße für Radler frei

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Die bisherigen Verbotsschilder für Radfahrer entlang der Heuchelheimer Straße sind verschwunden. Archivfoto: Docter © Frank-Oliver Docter

Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts Gießen wurden nun die Verbotsschilder entfernt. Der mit seinen Klagen erfolgreiche ADFC gibt Empfehlungen zur Nutzung der viel befahrenen Straße.

Gießen . So mancher Auto- und Lkw-Fahrer dürfte in diesen Tagen schwer überrascht sein, wer ihr oder ihm da plötzlich auf der Heuchelheimer Straße begegnet. Die bis zu achtspurige Landesstraße ist nämlich ab sofort für Fahrradfahrer freigegeben. Nach einem rund 15 Jahre währenden Verbot und einem Urteil des Verwaltungsgerichts haben Mitarbeiter des städtischen Tiefbauamts und von HessenMobil nun alle Verbotsschilder entfernt. Die komplette Strecke zwischen der Lahnstraße und der Gießener Straße in Heuchelheim darf somit jetzt von Radlern auf der Fahrbahn zurückgelegt werden, inklusive der Fahrspuren über die Konrad-Adenauer-Brücke. Das Gericht hatte einer Klage des Kreisverbands Gießen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) stattgegeben. Und das sogar zweimal: Nach dem Urteil im Dezember, gegen das die Stadt keine Berufung einlegte, nun auch der von ADFC-Vorstandsmitglied Jan Fleischhauer beantragten Zwangsvollstreckung, nachdem die Schilder bislang nicht entfernt worden waren.

Radler sind somit nicht mehr länger dazu angehalten, die Radwegeverbindung stadtauswärts von der Brücke hinunter zu den Hessenhallen, und umgekehrt, zu nutzen. Wie ebensowenig im weiteren Wegeverlauf die drei Fußgängerampeln an der Kreuzung beim Gewerbegebiet West. Statt an diesen Ampeln »nacheinander auf Grün warten« zu müssen, könne man hier »nun wieder bequem zusammen mit dem Autoverkehr auf der Fahrbahn ausfahren«, betont Fleischhauer in einer Pressemitteilung. Vor allem aber gehe es darum, »dass Radfahrende frei entscheiden können sollen, ob sie die Radwege nutzen wollen«.

Gleichwohl sei dem ADFC »klar, dass der Großteil (...) weiterhin die bestehenden Geh- und Radwege und nur wenige Pendler und RennradfahrerInnen die neue Möglichkeit nutzen werden«. Wer die neue Strecke ausprobieren wolle, dem empfiehlt Fleischhauer, diese »am Anfang erst mal abseits der Hauptverkehrszeiten zu befahren«.

Obwohl die Heuchelheimer Straße mit ihren bis zu acht Spuren wie eine Autobahn wirke, lasse sie sich per Rad ähnlich gut befahren wie der Gießener Anlagenring, ist man beim ADFC überzeugt. Denn: »Auf weiten Teilen der Strecke gilt Tempo 50 und Autos können bequem über die linke Spur mit dem außerorts vorgeschriebenen Überholabstand von 2,00 Metern überholen.« Selbst auf der Konrad-Adenauer-Brücke mit ihren zur Schonung des maroden Bauwerks verschmälerten Fahrspuren könnten angesichts der Tempo-30-Regelung »flotte Radfahrende bequem im Verkehr mitschwimmen«, führt Fleischhauer aus. Einzig das Linksabbiegen könne bei viel Verkehr schwierig sein, »wobei es auch hier aufgrund der Ampeln immer wieder Lücken im Verkehr gibt, in denen man die Spur wechseln kann«.

Bis sich alle Verkehrsteilnehmende an die neue Regelung gewöhnt hätten, bittet der ADFC Auto- und Radfahrende um »besondere Rücksicht« auf der Strecke.

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