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Heuschrecken gegen Hunger

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Von: Eva Pfeiffer

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Insekten sind in vielen Ländern Teil der menschlichen Ernährung. Mittlerweile gibt es aber auch in Deutschland Mehlwurmburger und Co. zu kaufen. Symbolfoto: dpa/Jair Cabrera © Red

Die Internationale Konferenz »Insecta« findet zum zeiten Mal in Gießen statt

Gießen (ebp). »Chili con Grilli« oder »scharfes Ragout aus Heuschrecken« - zu welchem Gericht würden wohl mehr Menschen greifen, auch wenn sich hinter beidem die gleiche Rezeptur verbirgt? Welchen Einfluss Produktnamen auf die Akzeptanz von insektenbasierten Nahrungsmitteln haben, ist nur ein Thema, mit dem sich die Teilnehmer auf der derzeit in Gießen stattfindenden »Insecta« beschäftigen. Noch bis zum heutigen Freitag dreht sich auf der internationalen Konferenz alles um Heuschrecken, Mehlwürmer, Fliegen und Co. - und dabei auch um die Frage, wie Insekten den weltweit steigenden Proteinbedarf decken können.

237 Teilnehmer aus 30 Ländern sind für die »Insecta« nach Gießen gereist, die erstmals seit Beginn der Pandemie wieder vollständig in Präsenz stattfindet. Gastgeber sind die Justus-Liebig-Universität und das LOEWE Zentrum für Insektenbiotechnologie und Bioressourcen. Geplant sind 97 Präsentationen von Insektenexperten aus aller Welt.

Bei der »Insecta« gehe es vor allem um den Austausch von Wissen, sagte Dr. Oliver Schlüter vom Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie, das die Konferenz zusammen mit der Pilot Pflanzenöltechnologie Magdeburg organisiert. Mit Verweis auf die Forschung von Andreas Vilcinskas, Professor am Institut für Insektenbiotechnologie der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen und Institutsteilleiter »Bioressourcen« am Fraunhofer-Institut, bezeichnete Schlüter die Universitätsstadt als »Pionier-Hotspot«. Vilcinskas stehe wie kein anderer für die Themen der »Insecta«.

»Die Nachfrage nach Protein steigt«, sagte der JLU-Professor mit Blick auf die wachsende Weltbevölkerung und verwies auf das Fraunhofer-Leitprojekt »FutureProteins«, das sich mit einer nachhaltigen und widerstandsfähigen Proteingewinnung beschäftigt.

Aber nicht nur um Insekten als Nahrung für den Menschen geht es. Ein Vortrag beschäftigt sich beispielsweise mit dem Hygienestatus von Futtermitteln, die auf der Schwarzen Soldatenfliege basieren. Und auch die Frage, inwieweit Katzen- und Hundehalter bereit sind, ihrem Liebling Futter aus Insekten in den Napf zu füllen, wird thematisiert.

Weitere Themengebiete sind die Zucht der Insekten und Produktionssysteme, Umweltaspekte, aber auch die Verwendung von Insekten außerhalb der Lebensmittel- und Futterproduktion. Die »Insecta« findet nach 2018 zum zweiten Mal in Gießen statt.

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