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Heute Protesttag der Ärzte

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Wer heute spontan zum Arzt geht, steht wegen des Protesttages möglicherweise vor verschlossenen Türen. Foto: dpa © dpa

Gießen (red). Wer heute zu seinem Haus- oder Facharzt geht, steht möglicherweise vor verschlossenen Türen. Wie bereits am 26. Oktober, findet auch am heutigen Mittwoch ein Protesttag statt, an dem die niedergelassenen Mediziner und Psychotherapeuten ihren Frust über die aktuelle Gesundheitspolitik artikulieren wollen. Auf dem Bahnhofsvorplatz beginnt um 10 Uhr eine Protestveranstaltung, an die sich ein Demonstrationszug durch die Stadt anschließt.

Dieser endet mit einer Kundgebung in der Sonnenstraße.

Das Gesundheitsnetz Gießener Hausärzte (GNGH) fordert in einer Pressemitteilung ein Umdenken in der Gesundheitspolitik. Die bewährte, wohnortnahe ambulante Versorgung durch niedergelassene Ärzte sei massiv gefährdet. In der Folge drohten ein Wegfall der freien Arztwahl, eine schlechtere medizinische Versorgung und ein Einzug von »anonymer Konzernmedizin«.

Die im GNGH organisierten Ärzte kritisieren, dass man bei der Ausgabeseite wie ein Wirtschaftsunternehmen behandelt werde, Politik und Kassen aber die Einnahmen nach Gutdünken bestimmten. So werde man keine jungen Kollegen für den Beruf des Hausarztes begeistern können, so dass sich die Mangelsituation noch verschärfe. Das Gesetz zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherungen sieht unter anderem vor, dass es ab 2023 keinen finanziellen Anreiz für Arztpraxen gibt, mehr Patienten aufzunehmen. Die Ärzte befürchten, dass dies für längere Wartezeiten und Aufnahmestopps sorgen wird.

Kritik gibt es auch daran, dass die Kassen bei den Honoraren für die nächsten zwei Jahre Nullrunden ansetzen wollten. Die Ärzte verweisen auf steigende Lohn-, Hygiene- und Personalkosten.

Die geplanten »Gesundheitskioske«, in denen nicht-ärztliches Personal den Zugang zur ärztlichen Versorgung steuern solle, wird als »Affront gegen die ambulante Medizin« eingeschätzt. Durch diese Sparmaßnahmen sei mit »erheblichen Einbußen in der Qualität« zu rechnen und dies gefährde letztlich die Gesundheit der Patienten. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wird aufgefordert, sein Qualitäts-Versprechen zu halten.

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