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Hier spielt die Musik

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Freuen sich über den neugestalteten Spielplatz (von links): Luca Schlegel, Jason Woll, Thomas Fina, Christian Lindenstruth, Jessica Rahn, Gerda Weigel-Greilich, Albert Bökels und Sylvia Holzmann. Die drei Jahre alte Emma hat schonmal auf dem Xylophon Platz genommen. © Schäfer

Einen Spielplatz voller Holzinstrumente können Kinder im Theaterpark ausprobieren. Die Geräte nehmen Bezug auf ein nahes Orchester.

Gießen. Gitarre, Harfe, Xylophon, Flöte, Trommel, Holzröhrentrommel: alles aus Holz. Diese großen Instrumente, aus robusten Stämmen der Robinie entstanden, stehen mitten in der Natur und wirken beim ersten Blick wie eine künstlerische Freilichtgestaltung. Es handelt sich jedoch um einen Kinderspielplatz im Theaterpark, der mit ganz besonderen Spielgeräten ausgestattet ist. Für Inspiration bei der Neugestaltung des in die Jahre gekommenen Spielplatzes sorgte das nahegelegenen Stadttheater, in dem ein großes Orchester angesiedelt ist. Und genau dies gab, so Sylvia Holzmann, der Planerin beim Gartenamt, den Ausschlag für die Idee mit den hölzernen Instrumenten - in Anlehnung an die nahe Orchestermusik, die bei Schauspiel, Oper, Operette, Tanztheater sowie Sinfonie- und Kammerkonzerten zu erleben ist.

Sowohl die Planung als auch die Umsetzung der Neugestaltung wurde vom Gartenamt durchgeführt. Seit 2020 bildet es Gärtner in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau aus. So haben die Auszubildenden Luca Schlegel und Jason Woll nun unter Anleitung des Ausbildungsleiters Albert Bökels das Projekt - nicht das erste dieser Art - unter der Mithilfe der beiden Gesellen Thomas Fina und Christian Lindenstruth, Praktikantin Jessica Rahn sowie Maik Buchtyar ausgeführt. Die Azubis konnten eine breite Palette an verschiedenen Aufgaben aus dem Garten- und Landschaftsbau anwenden. Neben dem Einbau der Spielgeräte wurden die umlaufenden Wege dem neuen Spielgelände angepasst.

Sitzgelegenheiten

Die alten Naturpflastersteine wurden aufgenommen und wieder neu verbaut. Außerdem wurden aus verschiedenen Materialien wie Backstein, Naturstein, Glas und Betonsteinen niedrige Mauern gefertigt, die zusammen mit den zuvor bereits vorhandenen Bänken zahlreiche Sitzgelegenheiten bieten. Ein Dreiecks-Holzpodest bei der Minischaukel rundet das Sitzangebot ab.

»Orchesterpause« ist der Spielturm mit Rutsche benannt, der verschiedene Spielelemente wie Harfe, Gitarren, Xylofon und andere Musikinstrumente versammelt. Wippe und Kletterpfahl in Form von Flöten gestaltet nebenan. Eine Kriechröhre wie eine große Pauke, eine Schaukel wie eine Holzröhrentrommel: alles aus stark widerstandfähigem Robinienholz, im Sommer beschattet von zwei alten Kastanien des Theaterparks. Konzipiert ist der Ort für Kinder von drei bis sechs Jahren.

Zwei Monate dauerte die Umgestaltung, bei der die neuen Spielgeräte knapp 20000 Euro kosteten. Alle anderen Leistungen wurden vom Gartenamt ausgeführt. Stadträtin Gerda Weigel-Greilich wies darauf hin, dass der Theaterpark durch seine Lage nahe der Fußgängerzone sowie des Seniorenzentrums Johannesstift stark frequentiert werde. »Gerade die Insassen des Pflegeheimes erfreuen sich an den spielenden Kindern.«

Abwehren werde sie auch weiterhin die Wünsche des Weihnachtsmarktes nach Erweiterung auf dem Theaterparkgelände, sagte Weigel-Greilich. »Wohin ansonsten diese Nutzung führen würde, haben wir alle beim Kirchenplatz vor dessen Umbau mit einer Pflasterung statt vorherigem Rasen gesehen.«

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