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Eckart von Hirschhausen Anfang 2020 bei seinem letzten Auftritt im Audimax der Philipps-Universität Marburg.

Antrittsvorlesung im Livestream

Hirschhausen wird Honorarprofessor in Marburg

Der Arzt, Moderator und Comedian Dr. Eckart von Hirschhausen soll im Sommersemester die Lehre am Fachbereich Medizin an der Marburger Philipps-Universität beflügeln.

Marburg/Gießen . Der Arzt, Moderator und Comedian Dr. Eckart von Hirschhausen wird Honorarprofessor in Marburg. An der Philipps-Universität soll er die Bereiche »Sprache in der Medizin« sowie »Klimawandel & Medizin« unterrichten. Bereits seit 2008 ist er mit Lehraufträgen an der Justus-Liebig-Universität zu erleben.

Als Eckart von Hirschhausen 2017 erstmals vor Medizinstudierenden in Marburg auftrat, war das Audimax der Hochschule mit mehr als 1000 jungen Leuten bis auf den letzten Platz besetzt. Humorvoll und mit eindrücklichen Worten warb der Bühnenkünstler für mehr Empathie und Kritikfähigkeit bei den Medizinern. »So einen Auftritt vergisst man nicht«, erzählt der Marburger Herzspezialist Prof. Jürgen Schäfer, besser bekannt als deutscher »Dr. House«, der den Comedian schon vor Jahren kennenlernte. Seitdem kam von Hirschhausen noch mehrere Male in die Marburger Hörsäle.

Einhelliges Votum

Dort machte er so nachhaltigen Eindruck, dass seine Wünsche an den medizinischen Nachwuchs bis heute am Studierendensekretariat hängen. Und sowohl Studierende als auch Ärzte wollten noch mehr Anregungen von dem »Meister des Infotainments«, der nach dem Studium in der Kinderneurologie der Berliner Charité arbeitete. Das werden sie in Zukunft bekommen. Nach wissenschaftlichen Gutachten sowie einem einhelligem Votum des Fachbereichs Medizin und des Uni-Senats wird der Bestsellerautor nun Honorarprofessor in Marburg: »Seine bemerkenswerte Fähigkeit, für wichtige medizinische und gesellschaftliche Themen zu begeistern, soll fester Bestandteil der Forschung und Lehre am Fachbereich Medizin werden«, berichtet die Uni. Prof. Schäfer erklärt sich die freudige Zustimmung des Fernsehstars damit, dass Marburg ein besonders innovativer Lehr- und Lernstandort sei. Nun hofft Schäfer, dass von Hirschhausen »die Lehre noch lebendiger machen und mit seinen Ideen beflügeln wird«.

Antrittsvorlesung am Dienstag

Am Dienstag, 11. Januar, kommt der TV-Moderator zur Antrittsvorlesung. Thema: »Warum Worte Medizin sind - Zwischenmenschliche Kommunikation im Zeitalter der Digitalisierung.« Interessierte können die Veranstaltung auch ab 14 Uhr per Livestream unter https://yve.tv/fb-medizin-hirschhausen verfolgen.

»Sprache in der Medizin« wird auch einer der Schwerpunkte des Arztes sein. So wirbt er dafür, die Patienten zu fragen, was sie für die Ursache ihrer Krankheit halten. Wer sich ernst genommen fühle, folge den Therapievorschlägen der Ärzte eher: »Eine hohe ärztliche Kunst besteht darin, wissenschaftliche Inhalte so zu vermitteln, dass sie bei den Menschen ankommen, die sie brauchen«, sagt von Hirschhausen.

In Marburg demonstrierte er dies bei seiner ersten Vorlesung am Beispiel einer jungen Raucherin aus dem Publikum. Die 20-jährige Medizinstudentin befragte er nach dem Grund für ihr Rauchen. Freilich weiß er auch: Mit 20 hält man sich für unsterblich. Deswegen sei es unsinnig, jungen Menschen die Gefahren des Rauchens zu erklären. Man müsse etwas finden, das für sie wichtig sei. »Rauchen ist sehr schlecht für die Haut«, schärfte er ihr ein.

Zweiter Schwerpunkt im Marburger Hörsaal ist das Thema »Klima & Medizin«, das er bereits in mehreren Veranstaltungen an der Universität vertiefte. Von Hirschhausen gehört zu den Mitbegründern der »Scientists for Future«. Seit 2020 engagiert er sich mit der Stiftung »Gesunde Erde - gesunde Menschen« für Klimaschutz als Gesundheitsschutz. Für ihn ist die Klimakrise auch ein »akuter medizinischer Notfall«.

In Marburg wird er ab Sommersemester Vorlesungen und Seminare anbieten. Darüber hinaus wird er nach Auskunft von Dekanin Prof. Denise Hilfiker-Kleiner in die Gremienarbeit einbezogen. Zudem sei der Fachbereich sehr glücklich, mit von Hirschhausen einen Experten der Wissenschaftskommunikation zu gewinnen. »Seine Beiträge sind kurzweilig und humorvoll, aber auch inhaltsschwer«, so Schäfer.

Dabei ist Hirschhausens Honorarprofessur in Marburg ein reiner Ehrentitel. Geld bekommt der Fernsehstar für seine Seminare und Vorlesungen nicht.

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