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»Hochschulen brauchen Unterstützung«

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Weil ukrainischen Studierenden und Forschern geholfen werden muss, appellieren DAAD und HRK an die Bundesregierung

Gießen (red). Angesichts des Krieges in der Ukraine appellieren der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) an die Bundesregierung: Ein Unterstützungsprogramm für die deutschen Hochschulen zur Aufnahme ukrainischer Studierender und Forschender müsse jetzt auf den Weg gebracht werden. Die Lage in der Ukraine spitze sich immer weiter zu, sagte DAAD-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee.

Mit dem Fortdauern der Kampfhandlungen würden die von der Europäischen Union vorhergesagten Flüchtlingszahlen von bis zu sieben Millionen Menschen zunehmend wahrscheinlicher. »Die deutschen Hochschulen benötigen daher umgehend Unterstützung, um ihr bereits bestehendes Engagement zur Integration ukrainischer Studierender und Forschender massiv auszubauen«, fordert Mukherjee.

Die Hochschulen und auch das HRK erreichten derzeit täglich drängende Anfragen ukrainischer Studierender und Wissenschaftler, sagte HRK-Präsident Prof. Peter-André Alt. Man wolle »alles tun, damit sie in Deutschland weiter studieren und arbeiten können«. Bei der sprachlichen und fachlichen Vorbereitung und Integration könnten die Hochschulen auf bewährte Strukturen zurückgreifen, »benötigen hierfür aber entsprechende finanzielle Unterstützung«.

Der DAAD hatte bereits Anfang März ein Unterstützungsprogramm für die deutschen Hochschulen angemahnt, da erwartbar bis zu 100 000 ukrainische Studierende und Forschende an die deutschen Hochschulen kommen könnten. Das vorgeschlagene Programm umfasst dabei fünf Säulen, die sich bereits in anderen Konflikten bewährt haben: Nötig sei die Unterstützung der deutschen Hochschulen bei der sprachlichen und fachlichen Integration geflüchteter Studierender und Studieninteressierter in die Hochschulen,

Außerdem sollten Stipendien vergeben werden für ukrainische Studierende, Promovierende und Wissenschaftler, die in den kommenden Wochen und Monaten nach Deutschland kommen und die Förderung für diejenigen, die bereits im Land sind, unbürokratisch verlängert werden.

Hilfe für Partnerhochschulen

Weiterhin fordert der DAAD Unterstützung der deutschen Hochschulen bei der Entwicklung und Bereitstellung von digitalen Angeboten für ihre ukrainischen Partnerhochschulen, solange diese ihren Betrieb aufrechterhalten können sowie Leadership-Programme für zukünftige Führungskräfte, die nach einer späteren Stabilisierung der Lage Führungsaufgaben in der Ukraine übernehmen können. Als fünfte Säule sieht der DAAD die Unterstützung der deutschen Hochschulen bei der Weiterqualifikation von akademisch vorqualifizierten Fachkräften mit Blick auf den deutschen Arbeitsmarkt.

Auf Bitten der Kultusministerkonferenz und unterstützt vom Bundesbildungsministerium wird der DAAD zudem sein Onlineangebot für deutsche Hochschulen zur Ukraine und für ukrainische Studierende und Forschende zur einer nationalen Kontaktstelle Ukraine ausbauen. Die HRK unterstützt ihre Mitgliedshochschulen und den DAAD bei der Bündelung und Sichtbarmachung der Unterstützungsangebote.

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