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»Hochwertige Unterrichtsräume«

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Viel Platz haben Schüler künftig in den neuen Lernlandschaften der sogenannten Cluster. Foto: Scholz © Scholz

Der erste Bauabschnitt an der Gesamtschule Gießen-Ost steht vor dem Abschluss. Es sind Lernlandschaften entstanden.

Gießen. Noch ist der eine oder andere Handgriff zu erledigen im ehemaligen Osttrakt der Gesamtschule Gießen-Ost. Aber alles in allem erstrahlt das neue »Haus 3« längst in saniertem Glanz. Wer hier traditionelle Klassenzimmer oder lange Gänge sucht, wird allerdings enttäuscht. Das Gebäude, in das viel Tageslicht dringt, ist geprägt von Lernlandschaften. »Wir haben hier den ersten Bauabschnitt eines Gesamtentwurfes realisiert und haben, das ist unsere feste Überzeugung, eine räumliche Situation geschaffen, die in besonderer Weise zeitgemäßen Konzepten von Lernen und von Kindheit und Jugend entspricht. Wir haben hochwertige Unterrichtsflächen geschaffen, die einem besonderen Konzept folgen«, erklärte die zuständige Stadträtin Astrid Eibelshäuser am Freitagmittag. Dieses Konzept sei in der Zusammenarbeit von Schule, Architekt und der Stadt als Schulträger entstanden.

Aufwendige Schadstoffsanierung

Februar 2020: Startschuss für die Arbeiten an der GGO. Und es wird anspruchsvoll: »Nach einer sehr aufwendigen Schadstoffsanierung wurde der ehemalige Osttrakt komplett entkernt und bis auf den Rohbau zurückgebaut«, teilt die Stadt mit. Die Neustrukturierung des Gebäudes sei auf der Basis des Entwurfs von »Lamott.Lamott Architekten« erfolgt. Das Büro hatte sich 2018 beim Architektenwettbewerb für die Gesamtsanierung der Schulgebäude durchgesetzt. »Kernstück des ersten Bauabschnitts sind die beiden Unterrichtscluster für die Fünf- und Sechsklässler im ersten und zweiten Obergeschoss. Es wurden nicht nur die pädagogischen, architektonischen und technischen Erfordernisse in Einklang miteinander gebracht, sondern es sollte auch ein Lern- und Lebensort für Schüler und Lehrkräfte entstehen, der unterschiedlichen Bedarfen des ganztägigen Lernens gerecht wird«, ist in der städtischen Mitteilung nachzulesen.

Beide Cluster verfügen unter anderem über jeweils sechs offene Klassenräume, ein Teamlehrerzimmer und eine zentrale Lernlandschaft.

»Es war von Anfang an unser Wunsch, dass wir an ›Haus 3‹ beginnen. Das ist ein Statement: In dieser Richtung soll es weitergehen«, erläuterte Schulleiter Dr. Frank Reuber. Die neuen Räume seien auch eine Art Blaupause, die grundlegende pädagogische Gesichtspunkte der integrierten Gesamtschule verwirkliche. Die GGO gehe davon aus, dass der erste Abschnitt ein Grundprinzip realisiere. »Das, was wir pädagogisch anstreben, ist, bereits ab der fünften Klasse eine Verstärkung des selbstorganisierten und selbstrhythmisierten Lernens zu schaffen. Dafür braucht man offene Lernbereiche«, so Reuber.

Das erstmals umgesetzte offene Konzept verzichte etwa auf Türen und verfüge über variablen Lernorte. »Die Kollegen sind Feuer und Flamme. Hier will jeder unterrichten«, resümierte der Schulleiter. Prof. Ansgar Lamott verwies darauf, dass mit den Brandschutztüren noch wichtige Teile fehlten. »Ohne sie ist unser Brandschutzkonzept im Baurecht nicht genehmigt«, machte Lamott deutlich. Künftig ebenfalls umgebaut würden »Haus 1« und Haus 2«, daneben entstünden drei Neubauten.

Lernen und entspannen

Alle Gebäude werden mit sogenannten Gelenken verbunden. »Wir bauen in allen Bundesländern Schulen. Der Trend geht in unterschiedlicher Ausprägung in Richtung der Clusterschule. Das heißt, eine Schule wird nicht mehr als Flurschule konzipiert. Man denkt in Raum- und Lerneinheiten«, berichtete der Professor. Schule müsse heute über eine gewisse Aufenthaltsqualität verfügen. Denn Schüler verbrächten häufig den ganzen Tag dort. Daher bedürfe es unterschiedlicher Raumangebote, auch zum entspannen, sagte Lamott.

In Betrieb gehen sollen die neuen Räume voraussichtlich nach den Herbstferien. In ihrer Mitteilung weist die Stadt darauf hin, dass die genehmigten Baukosten von rund 13, 6 Millionen Euro um sechs Prozent überschritten würden. Bis zum November 2020 waren die Kosten zunächst auf rund 7,2 Millionen Euro geschätzt worden

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