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Hoffen auf ein Moratorium

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Von: Rüdiger Schäfer

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Michael Janitzki, einer der BI-Initiatoren, im Gespräch mit Passanten am Infostand. Foto: Schäfer © Schäfer

»Rettet die Bäume am Schwanenteich!«: Die Bürgerinitiative hat sich zu einem Vorbereitungstreffen für die Bauausschusssitzung zusammengefunden und an einem Infostand Passanten informiert.

Gießen. Vor dem Gebäude des ehemaligen Brückner&Mund-Bekleidungshauses im Seltersweg - später H&M - hatte die Bürgerinitiative (BI) »Rettet die Bäume am Schwanenteich!«, zum zweiten Mal einen Informationspavillon aufgeschlagen, um Passanten über das von der Stadt geplante Abholzen von fast 200 Bäumen entlang der beiden Längsufer des Schwanenteiches aufzuklären.

Am Abend zuvor hatte sich die BI in den Räumen der Anschlussverwendung getroffen, um mögliche Aktivitäten zur Bauausschusssitzung am morgigen Dienstag zu besprechen. Bei der soll die Magistratsvorlage zur Abholzung aller Bäume am Schwanenteich und zum Abriss des 620 Meter langen Spazierweges am Ufer zwischen Teich und Wieseck beschlossen werden.

Treffpunkt der BI-Teilnehmer ist um 18.30 Uhr auf dem Rathausplatz. Damit beginnt für die BI nun die heiße Phase ihres Kampfes gegen ein teures Bauvorhaben von vier Millionen Euro mit dauerhaftem Verlust wertvoller Vegetation am Schwanenteich. Diverse Protestaktionen wurden besprochen und begründete Hoffnung geäußert, dass der Bauausschuss zumindest ein Moratorium (Aufschub) beschließen wird.

Sitzungsleiter Klaus Hass berichtete, dass sich die Grünen-Stadtverordnete Christiane Janetzky-Klein für ihre Attacke auf ihn in der Bürgerinformationsveranstaltung entschuldigt habe. Gegenstand des Angriffes war die Frage, ob die Partei der Grünen noch ein Umweltbewusstsein besitzt.

Juristische Fragen

Berichtet wurde von einem Termin beim städtischen Rechtsamt, bei dem juristische Fragen des bevorstehenden Bürgerbegehrens besprochen worden seien. Kritisiert von den Teilnehmern wurde bei dem Vorhaben der Stadt auch die Planung zum Mäandrieren der Wieseck sowie das Anlegen einer Fischtreppe. So wird befürchtet, dass infolge des Klimawandels und des dadurch bedingten geringen Wasserstandes der Wieseck im Sommer dieser Teil voraussichtlich des Öfteren trockenfallen wird, was das Aus für die darin befindlichen Fische und andere Lebewesen bedeuten würde.

Als Frage in den Raum gestellt wurde von Wilhelm Pastoors, wo die Fischtreppe, die von der Wieseck über ein Höhenniveau von etwa einem Meter in den Schwanenteich führen soll, ihr Wasser herbekomme, wenn ein Zufluss von Wieseckwasser in den Schwanenteich aufgrund einer geringen Wasserführung nicht gestattet sei.

Wasserbuch

Pastoors hatte im vergangenen August Auskunft über das von der Unteren Wasserbehörde beim Landkreis geführten Wasserbuches und vom RP Gießen verwalteten Wasserbuches erhalten: Die Wasserentnahme aus der Wieseck ist gesetzlich geregelt und im Wasserbuch, welches das Regierungspräsidium Gießen verwaltet, dokumentiert. Demnach gibt es eine Eintragung vom 28. 05 .2013, die die Wasserentnahme regelt: Bis zu einem Abfluss von 160 Litern je Sekunde (l/s) in der Wieseck keine Entnahme, bis 330 l/s Entnahme bis zu 80 l/s.

Auch auf »etliche falsche Informationen« in der Magistratsvorlage für den Bauausschuss wurde hingewiesen.

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