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Hoffnung, Mut und was zu essen

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300 Pakete für die ukrainische Bevölkerung haben die Schüler schon gepackt. © Schäfer

2500 Hilfspakete wollen Schüler der christlichen August-Hermann-Francke-Schule ins ukrainische Grenzgebiet schicken. 300 Kartons sind schon gepackt.

Gießen. Je zweimal Sonnenblumenöl, Penne Nudeln, Spaghetti, Mehl, Reis, Zucker und je einmal Salz, Backpulver und Vitamintabletten - diese Grundnahrungsmittel packen seit Montag Schüler der christlichen August-Hermann-Francke-Schule (AHFS) in einen Karton. Mehr als 300 Pakete sind so bereits gefüllt. Bis zu den Osterferien, dem vorläufigen Aktionsende, sollen es 2500 sein. In mehreren Lieferungen werden sie an die moldauisch-ukrainische und rumänisch-ukrainische Grenze zur Bevölkerung ins Krisengebiet gebracht.

Flüchtlinge, die an der rumänischen/moldawischen Grenze untergekommen sind, sollen mit Grundnahrungsmitteln und einer kleinen persönlichen Ermutigung versorgt werden. Den »Hoffnungspaketen« ist je eine »Mutmachkarte« beigelegt. In englischer Sprache haben die Schüler auf der Rückseite individuelle Ermutigungen geschrieben und die Karten farblich gestaltet. Organisiert wird die Aktion von Stefan Ulbrich, dem Stufenleiter Gymnasium der AHFS. Der Oberstufenarbeitskreis (OAK) hatte sich dazu bereit erklärt, die Organisation des Packens an der Schule zu koordinieren.

Schulleiter Johannes Wunderlich erzählt dem Anzeiger, wie es zu dieser Aktion gekommen war: »Täglich erreichen uns neue erschütternde Meldungen aus der Ukraine; Medien spiegeln die große Not der dortigen Bevölkerung. Uns war klar, dass wir darauf reagieren.« Als christliche Schule wollte die AHFS an diesen Nöten Anteil nehmen und gleichzeitig auch ganz praktisch helfen. »Es ging uns nicht nur darum, in den Klassen darüber zu sprechen, sondern auch in welcher Weise wir helfen können.« Zusammen mit dem Verein Zisterne aus Solms startete die Schule sodann die Aktion »AHFS Hoffnungspakete«. Schon über viele Jahren würden regelmäßige Hilfstransporte von Zisterne in diese Region durchgeführt. Vor Ort existierten verlässliche Kontaktpersonen, welche die Pakete entsprechend weitergeben. Der Part von Zisterne ist die gesamte Logistikleistung sowie die Bereitstellung der Kartons.

Die gesamten Waren für die vierstellige Anzahl an Paketen hat die Schule selbst besorgt. »Dies war gar nicht so einfach«, sagte Ulbrich. Supermärkte und Discounter mussten über viele Kanäle, auch persönliche Verbindungen angesprochen werden, um solch große Mengen zu erhalten. Danach waren zahlreiche Paletten, vollbepackt mit Lebensmittel, Lagerung und Umverpackung in die Schule zu verbringen. Wieso es ausschließlich Lebensmittel und nicht auch Kosmetikartikel sind? »Wenn eine Tube Duschgel ausläuft, kann der gesamte sonstige Inhalt Lebensmittel unbrauchbar werden«, befürchtet Wunderlich. Und Grundnahrungsmittel seien noch wichtiger als Kosmetikartikel. Finanziell ist die Schule in Vorleistung getreten.

Packen in der Pause

Für die Schüler besteht die Möglichkeit, in der Schule ein oder mehrere Pakete zu packen. Dazu kann über den Klassenlehrer oder das Sekretariat pro Paket ein »Paketschein« in Höhe von 15 Euro erworben werden. Mit diesem wird das Paket im Klassenverband oder einzeln in der Pause selbst gepackt und mit einer »Mutmachkarte« ausgestattet. Alle dazu benötigten Materialien stehen in der Schule bereit. Wer nicht selbst packen kann, ist eingeladen, eine Spende mit dem Verwendungszweck »Hoffnungspakete« auf das Schulkonto zu überweisen. Freiwillige Schüler packen dann entsprechend dem Spendeneingang Pakete und legen selbst gestaltete Karten dazu.

Welch weitere Möglichkeiten der Beteiligung an der Aktion bestehen? Zum einen können zuhause ein oder mehrere Pakete - stabile Kartons, ca. 29x27x22cm - gepackt und zur Schule gebracht werden. Wer mag, kann eine »Mutmachkarte« beilegen und die Rückseite selbst gestalten. Leerkartons und Karten stehen auch im Sekretariat zur Verfügung. Das Paket soll mit unverderblichen Nahrungsmitteln gefüllt werden. Auch kann man sich an den Transportkosten beteiligen. Ab einem Betrag von 50 Euro wird zum Ende des Jahres eine Spendenbescheinigung vom Verein Zisterne ausgestellt.

Bankverbindung: August-Hermann-Francke-Verein e.V. | IBAN: DE24 5139 0000 0050 9033 03 BIC: VBMHDEE5F | Volksbank Mittelhessen.

Auf www.ahfs-gi.de/ hoffnungspakete gibt es aktuelle Informationen, Bilder und Berichte zur Aktion. Auch kann man sich tagesaktuell informieren, wie viele »Hoffnungspakete« bisher zusammengekommen sind. Auch auf Social-Media-Kanälen sowie im internen Schulradio wird dazu berichtet. Die Aktion ist zunächst bis zu den Osterferien geplant..

Weitere Fragen zur Aktion können an das Schulsekretariat (0641-73016) oder unter hoffnungspakete@ahfs-gi.de gerichtet werden.

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Grußkarten werden jedem Paket beigelegt. © Schäfer

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