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Auch während der Pandemie gibt es am Landgericht einiges zu tun.

Hohe Belastung für Personal am Landgericht

Gießen (jmo). Die Richterinnen und Richter am Gießener Landgericht haben auch während der Pandemie viel zu tun. Die Fälle können schließlich nicht einfach zur Seite geschoben und Prozesse vertagt werden. Momentan ist das hohe Pensum in der regulären Arbeitszeit nicht zu schaffen, wie im Rahmen des Jahrespressegesprächs zu erfahren war.

Aktuell beschäftigt die Justizbehörde 31 Richterinnen und Richter auf 28,5 Stellen. Auf der Basis des Systems zur Personalbedarfsberechnung für die Justiz (»PEBB§Y«) liegt die Belastung für den richterlichen Dienst mit der derzeitigen Besetzung bei etwa 125 Prozent. Das bedeutet, um die Auslastung auf das eigentlich vorgesehene Level (100 Prozent) zu reduzieren, müssten knapp sieben weitere VollzeitRichterstellen geschaffen werden, wie Landgerichtssprecher Dr. Alexander Schmitt-Kästner auf Anfrage ausführt. Die Zahlen beziehen sich auf die ersten drei Quartale des Jahres.

Große Anzahl an Frauen

Insgesamt arbeiten am Landgericht 101 Menschen, mit 56 Frauen ist die Mehrheit weiblich. Konkret gliedert sich die Anzahl der Beschäftigten wie folgt auf: Es gibt 16 Richter und 15 Richterinnen. Davon stehen neben der Präsidentin elf Vorsitzende Richterinnen und Richter den einzelnen Kammern vor. Im höheren und gehobenen Dienst arbeiten vier Frauen und zwei Männer. Im mittleren und Schreibdienst sind 31 Personen angestellt, mit 25 ist auch hier die überwiegende Zahl weiblich. Hauptsächlich Männer sind hingegen im Justizwachtmeisterdienst vertreten: Neun von insgesamt elf Beschäftigten. In der Bewährungshilfe arbeiten zwölf Männer und zehn Frauen. Ferner werden am Landgericht 48 Rechtsreferendare und 49 Rechtsreferendarinnen ausgebildet.

Nicht einfach ins Homeoffice

Doch nicht nur die Richterinnen und Richter müssen derzeit einen hohen Arbeitsanfall bewältigen. Im gehobenen Dienst liegt die Belastungsquote laut Personalbedarfsberechnung bei etwa 128 Prozent, im mittleren Dienst und Schreibdienst bei rund 107 Prozent und im Justizwachtmeisterdienst bei 122 Prozent. Und gerade Letztere können ihre Arbeit selbstredend nicht einfach aus dem Homeoffice erledigen.

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