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Hundeküsse und Mistgabelmord

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Von: Heinz-Gerhard Schütte

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Isabella Archan präsentierte ihren Roman mit vollem Körpereinsatz. Foto: Schütte © Schütte

Laubach (hgt). Bevor Schauspielerin und Autorin Isabella Archan im Laubacher Rathaussaal mit der Lesung aus ihrem neuen Kriminalroman »Sterz und der Mistgabelmord« begann, machte sie erst einmal der anwesenden Zuhörerschaft bei der Aufzählung von köstlichen Leckereien in ihrer steirischen Heimat in Österreich den Mund wässrig. Auch dazu hatte sie die passende Kurzgeschichte parat, die sie frei vortrug.

Was einem Tourist so alles im Urlaub passieren kann, wo man es sich doch einfach nur gut gehen lassen will, trug Archan mit viel Witz vor und ließ dabei ihr komödiantisches Potenzial sehr zur Erheiterung der Besucher durchblitzen. Ein Tourist wird auf dem Weg zur Liegewiese begleitet, um sich dort in einem Liegestuhl von einer Bergwanderung auszuruhen. Doch die sind alle mit fremden Handtüchern belegt, wobei er von einer Liege das halb heruntergerutsche Handtuch ganz herunterstupst. Doch die Liege ist bereits von einer dominanten Frau mit einem großen Hund reserviert worden, die ihn gleich resolut darauf aufmerksam macht. Der Tourist möchte gerne darauf mit Argumenten antworten, reagiert unwirsch und wirft das Handtuch in den Pool. Frau und Hund kommen spontan auf ihn zu, er muss zurückweichen und stürzt dabei in den Swimmingpool. Doch die Frau holt ihn heraus - und der Hund schleckt ihn ab.

Die Autorin erzählte davon, dass es in ihrer Heimat sehr viele Menschen mit dem Namen Archan gibt, und dass der Dialekt in der Steiermark selbst ihr schwer verständlich ist. Auch gab sie teilweise skurrile Ratschläge, wie man sich in gefährlichen Situationen verhalten sollte. Dabei riet sie, benutzen sie bloß kein Pfefferspray, sie könnten es in die eigenen Augen sprühen. Vor dem Schreiben ihrer Bücher holt sie sich Informationen von Kriminalinspektoren, Psychologen, Gerichtsmedizinern und Zahnärzten und recheriert für ihre Bücher aufwendig.

In ihrem aktuellen Roman, wird ein Mann namens Ludwig Stichelhofer in einem Saustall mit einer Mistgabel in der Brust tot aufgefunden. Der hat nicht viel Glück im Leben gehabt, hat nach und nach seinen Hof an einen Großonkel verkaufen müssen. Bester Freund des Toten aus der Jugendzeit ist Polizeiinspektor Ferdinand Sterz, der in Österreich ausgebildet wurde, seit 13 Jahren in Deutschland lebt und bei Europol in Köln tätig ist. Auch dieser hat keine gute Jugendzeit, war mit der Schwester Stichelhofers verlobt, aber die Verlobung ist in die Brüche gegangen. Doch gerade jene Lena, ruft ihn um Mitternacht an und bittet Sterz bei der Aufklärung des Falles zu helfen. Ferdinand will den Fall unbedingt lösen und macht sich gleich auf den Weg. Doch seine Eingliederung in das ermittelnde Team sowie Differenzen mit seinem Vater sind nur die ersten Hürden. Zusätzlich flammt seine Liebe zur Schwester des Opfers neu auf, die ihn damals verlassen hat. Zusammen mit seiner neuen Kollegin Gitte Busch ermittelt er auf Hochtouren, doch trotz einiger vielversprechender Spuren scheint nichts zusammenzupassen. Unerwartet geschieht ein zweiter Mord, nicht weniger grausam.

Im Zusammenhang mit dem Mord gerät ein Kroate in Verdacht, der bei Stichelhofer gewohnt hat und alsbald als Verdächtiger verhaftet wird. Ferdinand steht vor einem Rätsel und kämpft mit Enthüllungen über seine eigene Vergangenheit und der Aufklärung des Falles. Er schreckt dabei jemand auf, der ganz genau weiß, was sich in dem Saustall zugetragen hat. Wie die Wut zunahm und der Hass überwältigend wurde. Auch Sterz wird im weiteren Verlauf Opfer eines Angriffs.

Als Zugabe trug Archan aus ihrem Buch »Die Mördermitzi und der Sensenmann« einen kurzen Abschnitt vor und bedankte sich damit für den langanhaltenden Applaus des Publikums. Bücher der Autorin konnte man am Büchertisch von Janina Gerschlauer erwerben.

Der aktuelle Krimi der Lesung wird noch in diesem Monat bei den Buchhandlungen erhältlich sein.

Am 23. Oktober liest Isabella Archan im Rahmen des Krimifestivals im Netanya-Saal des Oberhessischen Museums in Gießen. Beginn: 20 Uhr.

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