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Ich glaub’, ich steh’ im Schildawald

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Wie geht’s nur weiter? Hier wird ordentlich geschildat. © Dittrich

Gießen . Wer den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, der sieht ihn am Alten Steinbacher Weg derzeit vor lauter Schildern nicht. Schilder überall. Schilda ist überall. Ein wahrlich betörender Anblick, der der deutschen Gründlichkeit geschildat, äh geschuldet sein mag, damit auch ja jeder weiß, dass es da vorne nicht weitergeht. Was er spätestens dann merkt, wenn er vor der Absperrung steht.

Da aber offensichtlich das Amt »hoch, tief und daneben« noch ein paar gelbe Bleche übrig hatte, dachte man sich, wenn nicht hier, wo dann hinstellen? Da macht einer einem kein X für ein U vor - wenn man sie nur richtig anordnet. Außerdem passen sie doch so schön zu dem blauen Fußgänger-Fahrrad-gestattet-Ding und dem »Fahrradweg geradeaus«-Stengel. Dass die Verlängerung des Alten Steinbacher Weges sowieso eher wenig frequentiert ist und dann zumeist von ortskundigen Fahrrad-Trappern, spielt in der Gesamtüberlegung eher auch keine Rolle. Vielleicht gilt der grüne (in diesem Falle gelbe) Ansatz, doch schon mal zu testen, wie ein Schilderwald aussieht, wenn wir den richtigen Bäumen mit unserer Lebens- und Bodenverdichtung den Garaus gemacht haben? Dafür bedürfte es dann aber schon noch ein paar dichter gepflanzten Schildern. Schön ist das so jedenfalls nicht. Und man erinnert sich an eine viele Jahre zurückliegende Fahrt nach Dänemark, wo nach Übertritt der Grenze ein großes Schild steht, wie schnell man im Land zu fahren hat - danach kam lange: kein Schild. Aber erstaunlich viel Wald. Den man da sieht.

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