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IHK fordert Ende der 2G-Regel

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Die 2G-Regelung bringt laut IHK Gießen-Friedberg zu große Einschränkungen für den Einzelhandel mit sich. Symbolfoto: dpa © Red

Die Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg hält eine großflächige Öffnung von Gastronomie, Einzelhandel und Veranstaltungen für das richtige Signal.

Gießen (red). »Die Aufhebung der 2G-Regel ist für Gastronomie, Einzelhandel und Veranstalter dringend notwendig«, fordert die IHK Gießen-Friedberg in einer Pressemitteilung. Immer deutlicher zeichne sich ab, dass weite Teile der Wirtschaft brachliegen. Denn auch die Zulieferer dieser Branchen seien durch ein Ausbleiben von Aufträgen stark beeinträchtigt.

Hessentag abgesagt

Mit der Absage des Hessentags vergangene Woche sei ein weiteres Signal der Unzuverlässigkeit gesetzt worden. »Unsere Unternehmerinnen und Unternehmer verzweifeln«, warnt Dr. Matthias Leder, Hauptgeschäftsführer der IHK Gießen-Friedberg. Mit jedem weiteren Tag ohne verlässliche Perspektiven seitens der Politik drohten leerstehende Innenstädte, ein anhaltendes Ausbleiben von Volksfesten sowie immer schlechtere Wettbewerbsbedingungen. Durch die geringere Gefährlichkeit der Omikron-Variante fehlten zudem die Grundlagen für Einschränkungen. Andere europäische Länder würden ihren Unternehmen den Weg zurück in eine Normalität deutlich besser ermöglichen. In Spanien beginne aktuell beispielsweise das Messejahr mit über Zehntausenden Besuchern, trotz einer sehr hohen Infektionsrate.

»Unternehmen sind nicht unendlich belastbar«, mahnt auch IHK-Präsident Rainer Schwarz. Viele Betriebe in Handel und Gastronomie hätten nach den Lockdowns den Betrieb nicht wieder aufgenommen. »Uns umgibt ein stilles Unternehmenssterben, das in keiner Insolvenzstatistik auftaucht.«

Zuversicht trotz Pandemie

»Das Wichtigste, was eine Unternehmerin oder ein Unternehmer braucht, ist Zuversicht«, betont die IHK-Spitze. Basis einer Öffnungsperspektive wären belastbare Statistiken, die nicht nach dem Zufallsprinzip neue Infektionen erfassen würden. Dies wäre ohne weiteres möglich, indem eine Kohorte zwischen 40 000 und 50 000 Menschen, die die Gesellschaft zuverlässig abbildet, regelmäßig getestet wird.

Statistik-Experten wie Professor Dr. Gerd Antes, Professor Dr. Rainer Schnell oder Katharina Schüller fordern dies seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020. So könnte ein statistisch zuverlässiger Verlauf der Pandemie aufgezeichnet werden. »Die wichtigen möglichen Erkenntnisse über die Ausbreitung verschiedener Varianten werden schlichtweg ignoriert«, sagt Dr. Matthias Leder. »Unternehmerinnen und Unternehmer müssen für ihre Fehlentscheidungen haften, die Politik haftet nicht.« Dies sei im hohen Maße unfair und gefährlich.

Bereits in den ersten Monaten zu Anfang der Pandemie, im April 2020, habe man umfangreiche finanzielle Hilfen gefordert. »Die Betriebe haben vielfältige Unterstützungen erhalten, tatsächlich wurde hierbei oft noch nachgebessert«, hebt Rainer Schwarz hervor. Jetzt sei aber auch entscheidend, in dieser Phase der Pandemie für die Wirtschaft die richtigen Signale einer großflächigen Öffnung zu setzen. Schließlich sei auch nicht nachvollziehbar, warum in Niedersachsen und Bayern die Zugangsbeschränkungen bereits aufgehoben seien, Hessen dagegen strikt an dem Regelwerk 2G beziehungsweise 2G-Plus festhalte.

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