IHK Gießen-Friedberg gegen Verkehrsversuch auf dem Anlagenring

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GIESSEN - (olz). Für ein Jahr lang eine Spur des Anlagenrings pro Fahrtrichtung nur für Fahrräder freigeben. Das ist der zentrale Gedanke des Verkehrsversuchs, den SPD, Grüne und die "Gießener Linke" in der letzten Sitzung des Bauausschusses auf den Weg gebracht haben. Die Idee sorgt für reichlich Widerspruch, nicht nur von Innenstadtakteuren. Auch die IHK Gießen-Friedberg spricht sich in einem Offenen Brief klar gegen den Versuch aus, über den die Stadtverordneten am Donnerstag entscheiden.

"Mit großer Besorgnis sehen wir die aktuelle politische Diskussion um die Einschränkung des Individualverkehrs in der Gießener Innenstadt", schreiben Präsident Rainer Schwarz und Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Leder. Der positiven Stadtentwicklung drohe durch überhastete Verkehrsexperimente Schaden. "Mit guten Gründen wurde von der Stadt Gießen die Erstellung eines Verkehrsentwicklungsplanes in Auftrag gegeben", formulieren die beiden Unterzeichner. Denn um den ungehinderten Verkehr von Personen, Gütern und Dienstleistungen als Grundlage des Gemeinwesens sicherzustellen, seien intelligente und umweltfreundliche Verkehrskonzepte erforderlich. Dies könne nur durch ein planerisches Gesamtkonzept gelingen. "Verkehrsexperimente, deren Folgen auf die Wirtschaft und die Arbeitsplätze unabsehbar sind, sind gerade in der jetzigen schwierigen wirtschaftlichen Situation das falsche Signal", resümieren Schwarz und Leder. Ihr Appell an die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung: Vor folgenreichen Eingriffen in die Straßennutzung sollten sie zunächst die Erstellung des Verkehrsentwicklungskonzeptes weiter vorantreiben.

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