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Ihnen gehört die Zukunft

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Lena Nagai Foto: Nagai © Nagai

Gießen. Drei wunderschöne Solistenkonzerte an einem Abend und dazu drei junge, hoffnungsvolle Interpreten, die für ihre Musik brennen: Das war am Mittwoch im Examenskonzert im Stadttheater zu erleben, wo drei Absolventen der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst ihr Können unter Beweis stellten und vor einer hochkarätigen Jury - und dem Publikum!

- ihr Konzertexamen ablegten.

Ohne die Entscheidung der Jury zu kennen, lässt sich nach ihren Darbietungen sagen, dass sie ihre Prüfungen wahrscheinlich mit Bravour bestanden haben. Die hocherfreuten Zuhörer honorierten jeden Vortrag mit hellem Beifall und Bravorufen. Keine Frage, diesen drei jungen Musikern gehört die Zukunft.

Wie schon bei früheren Anlässen kam dabei wieder dem Philharmonischen Orchester eine wichtige Rolle zu, das sich unter der Leitung von Kapellmeister Martin Spahr als gut aufgelegter, inspiriert musizierender und absolut verlässlicher Partner erwies und sowohl den klaren, feinen Ton der Mozartzeit als auch das schwelgerische Sehnen der Romantiker wunderbar traf. Der geschmeidig und mit fließenden Bewegungen agierende Dirigent Spahr verlor als aufmerksamer Koordinator nie den Kontakt zu den Solisten, die sich unter seiner Führung allzeit gut aufgehoben fühlen durften. Zudem hatte man das Gefühl, dass sich Spahrs elegante, fließende Leichtigkeit unmittelbar auf die Musiker zu übertragen schien, sodass in allen drei Fällen beschwingtes, flüssiges Spiel zu Tage trat.

Ein bezauberndes Stück ist das Grand Concerto für Fagott des Mozartschülers Johann Nepomuk Hummel, das mit volksmusikalischen Zügen und effektvollen Details daherkommt und dem die aus Tokio stammende Lena Nagai mit bewundernswerter Fingerfertigkeit vielerlei Reize entlockte. Trotz der scheinbaren Leichtigkeit hat es das Werk aber in sich und verlangt dem jeweiligen Interpreten einiges ab. So ließ die Solistin bei den zahlreichen Tonsprüngen und harmonischen Wendungen ihre virtuosen Fähigkeiten aufblitzen und brachte besonders im tänzerischen Rondo den warmen, weichen Ton ihres Instruments zur Geltung.

Einen großen Hörgenuss bescherte die koreanische Pianistin Jinhyeon Kim dem Publikum mit ihrer gefühlvollen Darbietung in Mozarts Klavierkonzert A-Dur KV 488. In diesem hell leuchtenden Werk mit seiner geradezu schwebenden Musik bestach die bereits mit einigen internationalen Preisen ausgezeichnete Kim durch ebenso klug durchdachtes wie graziles Spiel. Vor allem im Adagio des zweiten Satzes, der zum Schönsten gehört, was Mozart geschrieben hat, kamen die Töne zärtlich wie hingehaucht hervor. Eine reife Leistung und ein Musikerlebnis voller Intensität.

In dem einzigen Klavierkonzert a-Moll von Robert Schumann ist das Klavier fest in den Orchestersatz eingebunden, was aber nicht heißt, dass der Part leichter zu spielen wäre. Dem koreanischen Pianisten Jeongbae Ji fiel die gewiss nicht einfache Aufgabe zu, die sinfonisch verdichteten Dialoge zwischen Solopart und Orchester spannungsvoll herauszustellen. Dabei bot er ein kraftvoll zupackendes wie auch feinnerviges Musizieren, das dem Poetisch-Erzählerischen gerecht wurde und dem großen, romantischen Klang Raum gab.

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Jinhyeon Kim Foto: Kim © Kim

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