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Ihr und unser aller Leben

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Es wird lustig - ohne Textblätter - verspricht Gastgeber Lars Ruppel. © Pierre Jarawan

Gießen (red). Wenn Lokalmatador Lars Ruppel ruft, dann kommen regelmäßig spannende Poetry Slammer des Landes ins Stadttheater Gießen. So auch beim »Stand-up Slam« am Samstag, 12. Februar, um 19.30 Uhr.

»Was unterscheidet Hazel Brugger, Felix Lobrecht, Till Reiners, Lisa Eckhart und Torsten Sträter von Mario Barth?«, fragt Ruppel. »Sie haben mal literarische Texte bei Poetry Slams vorgetragen. Von den würdevollen Dichterwettkämpfen sind schon einige Dichtende bereits auf die schiefe Bahn geraten und haben als Stand-up-Comedians Karriere gemacht. Sie erzählen aus ihrem und irgendwie unser aller Leben. Sie sind Chronisten und Fantasten. Sie sind unpolitischer als die Kabarettisten, aber tiefgründiger als Comedians. Sie haben früher mal Gedichte geschrieben, doch was sie zu erzählen haben, bewegt sich außerhalb jeder Form. Zweierlei werde es an diesem Abend im Stadttheater sicher nicht geben, verspricht Lars Ruppel: »Nichts zu lachen und Textblätter.«

Mit dabei sind Ella Anschein aus Celle, die mit einem bemerkenswerten Auftritt beim renommierten Kabarettpreis »Prix Pantheon« die Gemüter selbst erfahrenster Kleinkunstkenner erhitzte. Sie ist politisch, erhebt aber keineswegs mahnend den Zeigefinger. Sie bevorzugt die Faust und das bohrende Gefühl der Selbsterkenntnis in den Köpfen des Publikums.

Rainer Holl aus Leipzig kommt hingegen mit so schlechter Laune auf die Bühne, dass man sich allein vom Zuschauen schon besser fühlt. »Optimist auf niedrigem Niveau« heißt das Soloprogramm des Shooting Stars der Comedy-Welt. Fühlbar wird das in seinem »Demotivationskalender«, der auf den Schreibtischen gut gelaunter Menschen nicht fehlen darf.

Jacqueline Feldmann strebte nach dem Schulabschluss zunächst eine Karriere als Hammerwerferin an, diese scheiterte doch an ihrer eher zierlichen Gestalt und ihrem quiekenden Wurfschrei. Die Wahl fiel schlussendlich auf einen Schreibtisch-Job beim Finanzamt. Als sie endlich die Urkunde »Beamtin auf Lebenszeit« in den Händen hält, kehrt sie ihrer Arbeit den Rücken und wird Comedienne. Ihr neues Programm »Plötzlich Zukunft! Konnt« ja keiner wissen...« ist eine lustige Liebeserklärung an das »normale« Leben, an verrückte Ängste der Jugend und deren Eltern, sowie der Versuch, »Youtube-Star« als echten Beruf zu betrachten.

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