Illegale Protestaktion an Gießener Bushaltestellen

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GIESSEN - (fod). Bundesinnenminister Horst Seehofer mit einer Augenklappe und Schlagersängerin Helene Fischer, die zusammen mit dem Hashtag #polizeiproblem abgebildet ist: Diese ungewöhnlichen Plakatmotive "zieren" seit Donnerstagmorgen zahlreiche Bushaltestellen in Gießen. Etwa 20 solcher großflächiger "City-Light-Plakate", wie es in der Werbebranche heißt, wollen die Protestgruppen "Dies Irae" (lateinisch für "Tag des Zorns") und "Polizeiproblem" laut ihrer Pressemitteilung in den frühen Morgenstunden aufgehängt haben.

Dazu verschafften sie sich offenbar illegal Zugang zu den Glasvitrinen, die an den Seiten der Haltestellen angebracht sind. "Es handelt sich um keine gebuchte Werbung", bestätigte der Sprecher der Stadtwerke Gießen (SWG), Ulli Boos, auf Nachfrage des Anzeigers die Unrechtmäßigkeit dieser Aktion.

Die Gruppierungen protestieren damit gegen das ihrer Ansicht nach gezeigte "Behörden-Versagen" beim Umgang mit den Morddrohungen der "NSU 2.0"-Terrorzelle und der Aufklärung rechtsextremer Straftaten innerhalb der Polizei. Im Zuge der Ermittlungen war bekannt geworden, dass Helene Fischers Daten des Öfteren auf Polizeicomputern abgerufen wurden.

Da die Vitrinen der Koblenzer Firma "awk Außenwerbung" gehören, wolle sich diese nun darum kümmern, teilte Boos mit. Die Polizei hat derweil den Staatsschutz informiert, so Jörg Reinemer, Sprecher des Präsidiums Mittelhessen.

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