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Im »Boot« durch die griechische Küche reisen

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Die kulinarische Reise kann beginnen: Panagiotis Svolos, Angelos Katsioulas, Haris Theodorakis, Georgios Makos und Stefanos Svolos (von links) haben mit dem »Skafos« am Uferweg ein »Herzensprojekt« verwirklicht. Foto: Lemper © Lemper

Am Uferweg in Gießen hat im Neubau der DLRG das Restaurant »Skafos« geöffnet. Die Küche ist griechisch-mediterran. Die Familie Svolos kehrt damit auch »zurück zu den Wurzeln«.

Gießen . Ein treffenderer Name hätte wohl kaum ausgewählt werden können: »Skafos« heißt das Restaurant, das in dem markanten Neubau der DLRG Gießen am Uferweg untergebracht ist. Aus dem Griechischen übersetzt bedeutet das »Boot«. Angesichts der prägenden Schiffsform liegt das irgendwie nahe. Es sei aber nicht allein die Optik, die bei den Überlegungen der künftigen Inhaber eine Rolle gespielt hat, erklärt Geschäftsführer Stefanos Svolos im Gespräch mit dem Anzeiger. »Das beste Mittel, um Griechenland mit seinen vielen Inseln zu bereisen, um überall anzukommen, ist das Boot. Und wir möchten unsere Gäste zu einer Reise durch die griechische Küche aus verschiedenen Teilen des Landes einladen. Das äußere Erscheinungsbild des Hauses hat uns somit auch inspiriert, unser Konzept zu verwirklichen.« Am Freitagabend war die offizielle Eröffnung.

Mehr als fünf Jahre ist es inzwischen her, dass ein infolge von Schweißarbeiten verursachter verheerender Brand die Vereinsräume der DLRG und des Tanzclubs Rot-Weiß Gießen sowie das dort ebenfalls beheimatete Restaurant »Aura« völlig zerstörte. Lange Zeit glich der Standort an der Lahn einer Ruine. Zudem stritten die DLRG und der »Aura«-Pächter vor Gericht über die Kündigung des Mietverhältnisses. Als die Gastronomie schließlich neu ausgeschrieben werden konnte, sah die Familie Svolos ihre Chance. »Das ist zu 100 Prozent ein Herzensprojekt und zugleich eine Rückkehr zu den Wurzeln«, erzählt Stefanos Svolos. Sein Vater Georgios betrieb dort nämlich zwischen Mitte der 80er und Mitte der 90er das »Rhodos«. »Wir haben hier gewohnt und sind in einem Zimmer hinter der Küche aufgewachsen«, so der 39-Jährige. Auf Fotos von damals sei zu erkennen, dass die Wiege der Söhne neben dem Grill gestanden habe. Angefangen hatte der Senior wiederum mit dem »Delphi« in der Steinstraße. Ab 1992 übernahm er das »Irodion« in der Hangelsteinstraße, in dem er auch weiterhin Gäste empfängt. Mit dem »Skafos« schließe sich nun der Kreis seiner Karriere als Gastronom in Deutschland. »Denn natürlich passt unser Vater auf uns auf und zeigt uns den Weg, wie wir die neue Aufgabe richtig angehen«, sagt Stefanos Svolos. Er selbst ist gelernter Koch und hat in Griechenland Hotelmanagement studiert. Im »Skafos« wird er neben der Geschäftsführung als Kellner im Service tätig sein. Dabei unterstützen ihn die jüngeren Brüder Panagiotis und Stergios sowie weitere Angestellte. Personal zu finden, sei im Moment »aber eine echte Hürde«. Zuvor hatten Lieferschwierigkeiten für Holz, Kabel und vieles mehr sowie die Corona-Pandemie die Fertigstellung verzögert. Eigentlich sollte bereits vor einem Jahr gestartet werden.

Die Speisekarte beschreibt Svolos als griechisch-mediterran. Zu finden seien darauf Klassiker wie Gyros, Souvlaki, Bifteki und Co, »weil wir unsere Traditionen nicht vergessen wollen«, aber auch viele andere Einflüsse aus dem Mittelmeerraum. In jedem Fall sei die Küche nicht zu fleischlastig. Und für »zusätzlichen Pepp« sorge ein alter Freund des Vaters, Haris Theodorakis. Der 89-Jährige, der über mehr als 60 Jahre Erfahrung als Chefkoch verfüge, sei extra aus Griechenland gekommen, um ein paar Tipps zu geben, wie sich die einzelnen Gerichte geschmacklich noch verfeinern lassen. Die Reise kann also beginnen.

Geöffnet ist täglich von 11.30 bis 15 Uhr sowie von 17.30 bis 0 Uhr. Drinnen gibt es 130, auf den Außenterrassen weitere 150 Sitzplätze.

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