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Immer mehr Schüler und kein Platz

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Die Weiße Schule platzt aus allen Nähten - ein großes Thema in der jüngsten Ortsbeiratssitzung. © Jung

Gießen. Stadträtin und Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser berichtete im Ortsbeirat Wieseck zur Situation im Grundschulbereich: In der Käthe-Kollwitz Schule werden derzeit drei Klassenräume komplett saniert, die weiteren Bauabschnitte seien geplant, kündigte sie in der Sitzung an. Bei der Sanierung werde berücksichtigt, dass die dreizügige Schule für zusätzliche Erweiterungen auch noch Platz hat.

Die Weiße Schule wächst, prognostiziert der Schulentwicklungsplan. Die Stadt geht von steigenden Schülerzahlen im Schulbezirk der Schule aus.

Eibelshäuser erläuterte, man wisse, die dreizügige Schule mit ganztägigem Angebot an diesem Standort habe ihre Grenzen. Erweiterungsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe gibt es nicht. Seit einiger Zeit ist die Stadt im Gespräch mit der Schulleitung und es liegt ein Zwischenergebnis vor: »Wir erachten es für notwendig, als Außenstelle der Schule eine einzügige Einheit aufzubauen, die Platz hat und ausgestattet sein soll mit der gesamten Infrastuktur für eine einzügige Schule«. Dazu gehören ein Außengelände, ein guter Ort zum Mittagessen und wo auch andere Aktivitäten möglich sind. Die Beratungen sind noch nicht abgeschlossen, aktuell werden mehrere Standort geprüft. Dabei komme es auch auf die Wegebeziehungen an, die Prüfung will die Stadt in wenigen Wochen abgeschlossen haben.

Stadtteil im Blick

Der ausgearbeitete Vorschlag wird dann der Stadtverordnetenversammlung zur Entscheidung vorgelegt. »Wir haben die Situation im Stadtteil im Blick«, betonte Eibelshäuser.

Zum nächsten Schuljahr kommt eine weitere Klasse hinzu. Dafür wird als Interimslösung ein zweigeschossiger Container auf dem Schulgelände kurzfristig aufgestellt, um den weiteren Bedarf decken zu können. Die Schuldezernentin versicherte, das andere Vorhaben soll so schnell wie möglich umgesetzt werden, damit die provisorischen Klassenräume wieder abgebaut werden können und die Schule wieder genügend Außenflächen zur Verfügung stehen.

Die Stadt treffe die Voraussetzungen, zu denen sie auch verpflichtet sei, dass »jedes Kind, das in Wieseck wohnt, auch an der Grundschule seinen Platz finden kann«. Bernhard Oswald (CDU) fragte zur Dauer der Containerlösung nach, er befürchtet, dass der Aufstellplatz die Schule enorm einengt. Derzeit könne man wegen der angespannten Situation im Baubereich nicht einschätzen, wie der zeitliche Ablauf sei.

Der neue Standort sei innerhalb des Schulbezirkes, stellte die Stadträtin auf Nachfrage von Julia Sartor (CDU) klar. Für den zweigeschossigen Container werde die Spielplatzfläche, die neu entstand, abgebaut. »Das ist ein ganz vehementer Einschnitt, den wir pädagogisch fast nicht verantworten können«, so Schulleiter Hans Rosenbaum. Er gab zu bedenken, jedes Jahr komme ein Klassenzug hinzu. Damit beziehe man sich auf die Standardstatistik, nicht auf die, wie sich Wieseck weiter entwickele. Keinerlei Flucht- und Migrationsbewegungen seien bisher eingerechnet. Für ihn und das gesamte Kollegium sowie die Schulkonferenz sei es wichtig, dass zeitnah etwas geschieht. In zwei Jahren würde die Schule vor einer Situation stehen, dass gar keine Räume mehr vorhanden sind. Rosenbaum sprach von einer derzeitigen Auslastung von 80 bis 85 Prozent, die aus dem Vormittagsbetrieb im Mittagsbetrieb verköstigt werden. Im Ganztagsbetrieb besuchten statt geplanter 150 Kinder 205 die Weiße Schule. 20 pro Jahrgang kämen in etwa noch dazu. »Damit Sie wissen, in welcher Dramatik sich das abspielt«.

Sein Wunsch sei, dass der Ortsbeirat »mit gucke und mit helfe, eine zeitnahe Umsetzung zu erreichen«. Die Schulddezernentin sicherte zu, die Stadt werde alles tun, sie könne aber andere Entwicklungen nicht beeinflussen. Festes Ziel, seien die Absprachen »und dazu stehen wir auch!«

Bernhard Oswald fragte, ob es nicht möglich sei, eine zweite Schule mit Containern aufzubauen, wie das Jobcenter in der Lahnstraße. Astrid Eibelshäuser wandte ein, das sei nicht der Ansatz der Stadt.

Ortsjubiläum

Im Jahr 2025 wird Wieseck 1250 Jahre alt. Das soll gebührend gefeiert werden und der Ortsbeirat bitte deshalb den Magistrat um Unterstützung bei den Planungen und der Durchführung. Das Gremium war sich einig bei der Abstimmung, jetzt freuen sich die Vereine und der Ortsbeirat über eine positive Rückmeldung.

Zur Besucherlenkung im Naturschutzgebiet Wieseckaue informierte Dr. Gerd Hasselbach, Leiter des Umweltamts. Das Gebiet, wo sich der Wachtelkönig wieder ansiedeln kann, müsse geschützt werden. Vor zwei Jahren seien Sheriffs in der Wieseckaue unterwegs gewesen, die zwei Mal in der Woche, am Wochenende und abends die Hundehalter angesprochen haben, so Hasselbach. Es habe keine Probleme gegeben, nur ein Fall wo sich jemand renitent aufführte, weil er den Hund nicht anleinen wollte, kam zur Meldung. Die Stadt habe im letzten Jahr darüber nachgedacht, eine Schutzgebietsverordnung zu erlassen, doch dann gab es Überlegungen, Regelungen zu dem Schutzgebiet in die Gefahrenabwehrverordnung aufzunehmen. Das soll in diesem Jahr angegangen werden, kündigte Hasselbach an.

Der Zaunkönig ist bereits am Brüten, die Bodenbrüter kommen später. Ab 15. April bis Ende Juni werden Uniformierte ein bis zwei Stunden am Tag Streife gehen. Anfangs soll es nur Hinweise geben, später würden die Betroffenen zur Kasse gebeten. Schilder, die von der Oberen Naturschutzbehörde aufgestellt wurden, bitten darum, Hunde anzuleinen und auf den Wegen zu bleiben, weil im Brut- und Rastgebiet von internationaler Bedeutung Zugvögel dieses Gebiet als »Tankstelle« nutzen. Jede Störung gefährde die Brut und koste Energie für den Weiterflug, klärt die große Tafel auf. Mit Öffentlichkeitsarbeit will die Stadt weiter informieren. Norbert Kress sprach das Gebiet auf der anderen Seite, hin zur Autobahn, an. Dies stehe auch unter Schutz, klärte Hasselbach auf.

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