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In 37 Jahren erheblichen Beitrag geleistet

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V. l.: Gabriele und Ulrich Till bedankten sich mit Hausleiterin Beate Steinmüller bei Gisbert Müller für sein jahrzehntelanges Wirken gemeinsam mit Hausleiterin Wilma Schäfer und dem neuen Vorstandsmitglied Anna Pfützenreuter. Foto: Wißner © Wißner

Das Familienzentrum für krebskranke Kinder Gießen in der Friedrichstraße wurde 1985 als erstes seiner Art gegründet. Zu den Initiatoren gehörte Gisbert Müller.

Gießen . Eine Ära ging bei der Mitgliederversammlung des gemeinnützigen Vereins Familienzentrum für krebskranke Kinder Gießen zu Ende, stellte sich doch nach 37 Jahren Gründungsvorsitzender Gisbert Müller nicht mehr zur Wiederwahl. Zum neuen Vorsitzenden wurde Ulrich Till gewählt, der bisher das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden inne hatte. Einstimmig wurde Gisbert Müller zum Ehrenvorsitzenden berufen und zu dessen Ehren fand eine kleine Überraschungsfeier im Lahngenuss statt. Und hier gab es eine Süßigkeiten-Torte für den Liebhaber von Leckereien.

Das Familienzentrum für krebskranke Kinder Gießen in der Friedrichstraße wurde 1985 als erstes seiner Art gegründet. Zu den Initiatoren gehörte Gisbert Müller. Das Familienzentrum bietet unter dem Motto »Ein Zuhause auf Zeit« Eltern und Geschwister der Patienten, die auf der Station Peiper der in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen Kinderklinik untergebracht sind, einen Rückzugsort. Mittlerweile stehen hier elf Appartements, eine modern ausgestattete Küche, Gemeinschaftsräume, eine schöne Gartenanlage und nicht zuletzt Wasch- und Trocknungsgeräte zur Verfügung. Meist dauert der Aufenthalt mehre Tage, Wochen oder gar Monate - da sind die verschiedenen Einrichtungsmöglichkeiten genauso wichtig wie die liebevolle Betreuung durch die beiden Hausleiterinnen Beate Steinmüller und Wilma Schäfer. Seit der Eröffnung des Hauses konnten in nunmehr 36 Jahren 3000 Familien mit insgesamt 89 000 Übernachtungen untergebracht werden.

Gisbert Müller hat als betroffener Vater erheblichen Anteil am Aufbau der freiwilligen und gemeinnützigen Unterstützung sowohl der Patientenkinder als auch der Eltern und Geschwister geleistet. Er gehörte am 8. Juli 1982 zu den Gründungsmitgliedern des Elternvereins für leukämie- und krebskranke Kinder Gießen, der sich überwiegend um die Verbesserung der Situation auf Station und zu Hause kümmert und hat diesen Verein als Vorsitzender die ersten Jahre geführt. Darüber hinaus war er 1993 Gründungsmitglied der Gießener Elternstiftung für krebskranke Kinder - Walter Lahme, welche die Erlöse aus der Stiftung für Forschungszwecke sowie für langfristige, finanzielle Hilfen für die krebskranken Kinder und Jugendlichen zur Verfügung stellt. Auch hier hatte Gisbert Müller die ersten Jahre den Vorsitz inne. Darüber hinaus gehörte er 1983 zu den Mitinitiatoren der »Tour Peiper«, der heutigen »Tour der Hoffnung«, die damals einen erheblichen Anteil der Spendengelder zur Finanzierung der Aktivitäten rund um die Betreuung von an Leukämie oder anderen Krebsarten erkrankten Kindern in Gießen einbrachte. Heute unterstützt die »Tour der Hoffnung« ähnliche Projekte in ganz Deutschland. Mit Ulrich und Gabriele Till steht nun ein Ehepaar an der Spitze des Vereins, fungiert Ulrich Till als Vorsitzender und Gabriele Till als stellvertretende Vorsitzende. Das Ehepaar aus Bebra gehört, wie viele Mitglieder auch, zu den Eltern, die selbst Erfahrungen mit Krebserkrankungen bei Kindern machen mussten. Seit 1998 sind sie Mitglieder und seit nunmehr neun Jahren im Vorstand tätig. »Mit der Übernahme der Verantwortung wollen wir die erfolgreiche Arbeit der Vergangenheit fortführen und dafür Sorge tragen, dass Eltern und Familien auch in Zukunft die gleiche Unterstützung erhalten, wie wir sie selbst 1996 erfahren konnten«, so Ulrich Till. Neben den Eheleuten gehören dem Vorstand als Beisitzer Inge Hartmann und Nina Krause und neu mit Anna Pfützenreuter die Tochter von Gisbert Müller an.

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