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In der ersten Ausbaustufe

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Lernen und Arbeiten: Die neue Universitätsbibliothek bietet viel Platz und helle Räume. Grafik: Max Dudler Architekten © Red

Die Neugestaltung des Philosophikums in Gießen nimmt Formen an. Derzeit entsteht die neue Universitätsbibliothek.

Gießen. 618 Arbeitsplätze für Nutzer. 17 450 Regalmeter Stellfläche für 600 000 Bücher. Eine Investition in Höhe von rund 53 Millionen Euro. Das sind nur einige Zahlen, die eine erste Vorstellung von der neuen Universitätsbibliothek der Justus-Liebig-Universität vermitteln. Sie entsteht derzeit auf dem Campus Philosophikum. »Man kann gar nicht genug betonen, wie wichtig eine Universitätsbibliothek für das Fortkommen einer Universität ist«, sagte JLU-Präsident Joybrato Mukherjee bei der Grundsteinlegung am Donnerstagmittag. »Der neu entstehende Campus wird sich sehr gut in den städtischen Raum eingliedern. Das ist natürlich eine Perspektive, die ich als Oberbürgermeister besonders mitbringe«, führte Frank-Tilo Becher zur gesamten Neugestaltung des Philosophikums aus. Mit dem »GCSC II« wurde am Donnerstag ein weiterer Baustein des neuen Campus eingeweiht. Die Kosten für das Gebäude des Graduiertenzentrums betragen 16 Millionen Euro.

»Typischer Termin«

»Am 26. August 2010 begann die Geschichte, die zu diesem Meilenstein heute führt«, erinnerte der Präsident an erste Überlegungen zur neuen UB. An jenem Tag habe er ein Gespräch mit dem damaligen hessischen Finanzminister Karlheinz Weimar geführt. »Dieser Termin ist dann, wie mir später vermittelt wurde, sehr typisch verlaufen. Es wurde im Grunde genommen Tabula rasa mit allen Sanierungsplänen gemacht, die zu teuer geworden wären. Es wurde stattdessen die Setzung gemacht: Wir bauen neu«, blickte Mukherjee zurück. Dieses »Wir bauen neu« habe letztlich zum Konzept für das Philosophikum mit drei Ausbaustufen geführt. »Was wir jetzt gerade erleben, ist mittendrin in der ersten Ausbaustufe. Diese Stufe müssen wir natürlich als Ensemble abschließen. Da gehört Weiteres dazu, damit die Achse zwischen den Philosophika I und II dann auch abgeschlossen ist«, machte Mukherjee deutlich. Die erste Ausbaustufe schließe mit dem Neubau der Mensa ab. »Und es gibt noch zwei weitere Ausbaustufen, über die wir sicherlich nach der nächsten Landtagswahl im nächsten Koalitionsvertrag unter irgendeiner Unterschrift weiter ins Gespräch kommen«, so der Unipräsident. Er hoffe, dass die gesamte erste Ausbaustufe in vier oder fünf Jahren - »vielleicht vor dem Ende meiner Amtszeit, das wäre sehr schön« - abgeschlossen sei.

Angela Dorn, hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, verwies darauf, dass auch das Universitätsarchiv seine neue Bleibe in der UB erhält. »Es entsteht ein hochmodernes Sondermagazin für ganz wertvolle Bestände. Da gibt es die wichtige Papyrus-Sammlung. Ich nenne die mittelalterlichen Handschriften. All das hat dann seinen sicheren Ort«, hob die Ministerin hervor. »Die hessische Landesregierung investiert mit dem Hochschulbauprogramm Heureka von 2008 bis 2031 rund 900 Millionen Euro in der Uni Gießen. Mit anderen Investitionsprogrammen ist es über eine Milliarde Euro«, erinnerte Dr, Martin Worms, Staatssekretär im hessischen Finanzministerium.

»Keimzelle«

Einer der großen Investitionsschwerpunkte des Landes bei der Modernisierung der Wissenschaftslandschaft manifestiere sich in Mittelhessen. »Das Philosophikum als Campus für die Kultur- und Geisteswissenschaften ist die inhaltliche Keimzelle dieser Universität«, betonte Worms. Auch baulich bilde sich dies künftig ab.. »Der Neubau des GCSC II steht am Anfang einer neuen Magistrale, die uns an der Universitätsbibliothek vorbei und über den Campusplatz zu den Gebäuden des Philosophikums II führt«, erläuterte der Staatssekretär die erste Ausbaustufe.

Das Erdgeschoss der UB werde offen gestaltet. »Die Cafeteria des Studentenwerkes verbindet den Außenbereich des Campusplatzes mit dem Bibliotheksinneren. Die Lern- und Lesebereiche sind differenziert ausgestaltet«, beschrieb Worms. Verantwortlich für die neue UB ist das Architekturbüro Max Dudler.

»Hier entsteht ein Bilderbuch-Campus, an dem Generationen von Forschern Freude haben werden«, wandte sich Prof, Ansgar Nünning, Gründungsdirektor des GCSC, an die Zuhörer. »In einem zunehmend digitalen Studium erfreuen sich die Bibliotheken einer unverändert hohen Resonanz«, führte leitender Bibliotheksdirektor Dr. Peter Reuter vor Augen. Vorteil des Neubaus sei, dass er die bislang verstreuten Standorte der Bibliothek an einem Ort zusammenführe. Perspektivisch solle es eine zweite Ausbaustufe der Bibliothek geben. »Bis das geschafft ist, wird der Neubau über eine Brücke auf Höhe des ersten Obergeschosses mit dem Bestandsbau verbunden werde«, verdeutlichte Petra Zellner vom Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen.

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Angela Dorn und Joybrato Mukherjee positionieren die Zeitkapsel im Grundstein der neuen UB. Foto: Scholz © Scholz

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