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In Toleranz üben und voneinander lernen

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Mit Eifer waren die jungen Darsteller auf der Bühne der Jungen Kirche zu erleben. Foto: Jung © Jung

Das Musical »Tolle Ranzen« thematisiert Obdachlosigkeit und bringt den jungen Darstellern viel Applaus ein. Drei Vorstellungen fanden zugunsten des Wohnungslosenprojekts »Die Brücke« in Gießen statt.

Gießen (kg). Drei Vorstellungen einer gemeinsamen Musical-Aufführung der Jungen Kirche Gießen und »Die Brücke«, das Wohnungslosenprojekt des Diakonischen Werks Gießen, machten auf das Thema Obdachlosigkeit aufmerksam. Sie hinterließen am Ende nachdenkliche Zuschauer und gaben Anlass für weiterführende Diskussionen zum Thema. So wie es sich die beiden Regisseurinnen Celina Högy und Laura Schäfer gewünscht hatten. »Tolle Ranzen« lautete der Titel des Stücks, das von Dieter Schäfer geschrieben wurde. Er verfolgte aus der ersten Reihe das Geschehen auf der Bühne.

In dem Musical geht es um Romea und Julio - zwei Jugendliche, die zwei verfeindeten Cliquen angehören. Und eines Tages sind es ausgerechnet ihre beiden Schulranzen, die ihre Welt auf den Kopf stellen. In dem Singspiel geht es allerdings nicht nur um die Toleranz zwischen den Jugendlichen. Albert, Otto und Waldtraud, gespielt von Celina Högy, Anna Heerz und Melissa Heerz, sind drei Wohnungslose, die deren Lebensweg kreuzen.

Vor einem Jahr haben Laura Schäfer, Dekanatsjugendreferentin in der Jungen Kirche Gießen, und Liedermacher und Chorleiter Dieter Schäfer gemeinsam entschieden, ein Musicalprojekt zu starten. Das Musical »Tolle Ranzen« ist 1996 an der Augustinerschule in Friedberg uraufgeführt worden. Was als Projekt der Jungen Kirche Gießen begann, ist mittlerweile zu einem Kooperationsprojekt mit dem Diakonischen Werk geworden. Gemeinsam mit der »Brücke« machen sie auf das Thema Wohnungslosigkeit aufmerksam - und sammeln Spenden. »Wir wollen nicht nur einen unterhaltsamen Musicalabend bieten, sondern auf ein wichtiges Thema aufmerksam machen. Wir wollen ins Gespräch kommen und auf die Situation der Wohnungslosen in Gießen zeigen«, sagt Laura Schäfer. »Die Brücke« sucht zurzeit in Gießen neue Räumlichkeiten. Mit dem anstehenden Winter und dem Renovierungsbedarf vor dem Umzug, ist die Brücke dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

Nicht nur für »Die Brücke« ist das gemeinsame Projekt ein Gewinn. »Junge Menschen sollen die Möglichkeit haben, sich auf der Bühne auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln«, sagt Dieter Schäfer. Im gemeinsamen Prozess haben sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen intensiv mit dem Stück auseinandergesetzt. An einem gemeinsamen Abend mit Ute Loh, Mitarbeiterin der »Brücke«, konnten die Darsteller ihre Fragen zum Thema Wohnungslosigkeit diskutieren und Neues über die Arbeit des Projekts « erfahren. »Wir wollen den Zuschauenden einen neuen Blick ermöglichen. Wir alle können uns immer wieder in Toleranz üben und voneinander lernen«, so Laura.

Die insgesamt 20 Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Gemeinden des Evangelischen Dekanats Gießen waren bei den drei Vorstellungen mit Eifer bei der Sache und nahmen viel Freude mit nach Hause. Der begeisterte Applaus zeigte, dass ihre Aufführungen Gefallen fanden. Die Einnahmen kommen dem Wohnungslosenprojekt des Diakonischen Werks zugute.

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