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Die Messe »Chance« in den Gießener Hessenhallen bringt Arbeitgeber mit künftigen Arbeitnehmern zusammen. 170 Aussteller aus Gewerbe, Industrie, handwerk und Pflege sind dabei.

Gießen. »Die Resonanz ist besser als vor zwei Jahren« - darin sind sich die rund 170 Aussteller der Messe »Chance«, die zum 14. Male stattfand, einig. Auf einer Ausstellungsfläche von 6000 Quadratmetern präsentieren noch heute Unternehmen aus Industrie, Handel, Handwerk, Dienstleistung und Pflege sowie Institutionen ihr breites Leistungsspektrum in den Hessenhallen. Darüber hinaus informierten (Hoch-)schulen und Berufsakademien über ihr vielseitiges Angebot. Kurzum: Die »Chance« spricht von der Berufsorientierung über die Aus- und Weiterbildung bis hin zu Studium und Job alle Bereiche der Karriereplanung an.

Auf positive Resonanz stieß das messebegleitende Vortragsprogramm, bei dem weiterführende Inhalte rund um die Themen Ausbildung, Coaching, Weiterbildung, Fachkräfte und Studium vermittelt wurden. Insgesamt gab es rund 30 Vorträge.

Über 320 anerkannte Ausbildungsberufe gibt es aktuell in Deutschland. Vor diesem Hintergrund ist es für junge Menschen wichtiger denn je, sich rechtzeitig zu informieren. Da coronabedingt viele Praktika weggefallen sind, waren die Schwierigkeiten, einen Ausbildungsplatz oder einen neuen beruflichen Einstieg zu finden, größer denn je. Umso wichtiger sind Messen wie die »Chance«, die Orientierung bei der Berufswahl bilden. Die schrittweise Rücknahme von Einschränkungen forciert den Neustart der Arbeitnehmersuche vieler Unternehmen und die Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden, stehen sehr gut. In nahezu allen Branchen werden Fachkräfte händeringend gesucht, wie auf der Messe deutlich zu sehen war. Einige Unternehmen hatten sogar noch Ausbildungsplätze für dieses Jahr zu vergeben.

Ziel der größten Karrieremesse ihrer Art in Mittelhessen ist es, Arbeitgeber und -nehmer zusammenzubringen: Denn auch im Zeitalter von Digitalisierung ist ein persönliches Gespräch durch nichts zu ersetzen. Während am Freitag eher Schülerinnen und Schüler - zum Teil auch im Klassenverband - die »Chance« besuchten, ist das Publikum erfahrungsgemäß am zweiten Tag etwas älter.

Neben reichlich Informationen und Give-aways haben einige Stände auch Spiele wie Glücksrad drehen (RP Gießen) oder Bälle in Becher werfen (Awo) dabei. Auf besondere Aufmerksamkeit stießen Malinois Hope und Schäferhund Max. Während der Malinois als Bargeldspürhund beim Flughafen-Zoll arbeitet, tut der Schäferhund seinen Dienst als WA-Hund, das heißt, er spürt geschützte Tiere und Pflanzen auf. Beide stellten vor einem begeisterten Publikum ihr Können unter Beweis. Diensthundeführer Dietmar Schader war mehr als zufrieden: Eine bessere Werbung für den Zoll gibt es nicht!

Neben Personalverantwortlichen waren an vielen Ständen auch Auszubildende zu finden, die den jungen Besuchern auf Augenhöhe ihren Beruf vorstellten. So beispielsweise bei werth Messtechnik. Das Gießener Unternehmen bildet Mechatroniker(innen), Technische Produktdesigner(innen), Kaufleute für Büromanagement, Industriemechaniker(innen), Industriekaufleute sowie Fachinformatiker(innen) aus. »Das Interesse war sehr groß«, freut sich Nick Kümmel, der im dritten Lehrjahr zum Industriemechaniker ist. »Über die ›Chance bin ich vor vier Jahren auf die Firma werth aufmerksam geworden.«

Informieren und ausprobieren

Nicht nur informieren, sondern auch probieren, wie man Abdrücke nimmt, konnten die Mädchen und Jungen am Stand der Landeszahnärztekammer, die für den Beruf der zahnmedizinischen Fachangestellten warb. »Aktuell sind 90 Prozent der Auszubildenden Frauen, aber immer mehr Männer interessieren sich für den Beruf«, berichtete Dennis Dörrsieb, Abteilung Ausbildung.

Darüber, dass klassische Pflegeberufe wieder stärker in den Fokus des Interesses rücken, freuten sich Luzardo Pereira de Lima, Einrichtungsleiter des Alloheims in Gießen, und seine Kollegin Bianca Krell, Einrichtungsleiterin in Staufenberg. Im Bereich Operationstechnische Assistentin (OTA) und Anästhesietechnische Assistentin - ein Berufsbild, das es erst seit einem Jahr gibt - bildet die DRK-Schwesternschaft Marburg aus. Teamerin Petra Müller, die bereits seit 30 Jahren in ihrem Beruf als Krankenschwester - der heutigen Fachpflegekraft - tätig ist, berichtete dabei anschaulich aus der Praxis.

Auf die Schwierigkeit, FSJ-Plätze zu besetzen machte Linda Hauck, Geschäftsführerin im Bereich Personal bei der Lebenshilfe, aufmerksam.

Waldeyohannes Saron Kibrom, die erst vor einem Jahr aus Eritrea nach Deutschland gekommen ist und die neunte Klasse der Theodor-Litt-Schule besucht, freute sich nach dem Messebesuch: »Ich habe viele Prospekte mitgenommen. Aber der Beruf der zahnmedizinischen Fachangestellten hat mir am besten gefallen.«

Eröffnet wurde die Messe am Freitag von Regierungspräsident Dr. Christoph Ulrich, dem Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden, Stefan Füll, dem Geschäftsführer Regionalmanagement Mittelhessen GmbH, Jens Ihle sowie dem Geschäftsführer des Veranstalters Messe Gießen GmbH, Roland Zwerenz.

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