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Innenverdichtung bleibt das Ziel

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Ein neuer Bebauungsplan »Stiegel« für Flächen im Gießener Stadtteil Wieseck sieht Einzel- und Doppelhäuser vor. »Es gibt Potenzial für Nachverdichtung«, so Stadträtin Gerda Weigel-Greilich.

Gießen (olz). Ganz neu ist die Idee, einen Bebauungsplan »Stiegel« in Wieseck aufzustellen, nicht. »Es gibt dort ein Potenzial für Nachverdichtung. Wir haben bereits ein, zwei Vorstöße gemacht, die aber abgelehnt wurden«, berichtet Stadträtin Gerda Weigel-Greilich. Mittlerweile hätten aber mehr Eigentümer ein Interesse an der Entwicklung in dem Gebiet, so dass »wir einen neuen Vorstoß machen. Das geht aber nur über ein formales Verfahren«, erklärt die zuständige Dezernentin von den Grünen das Vorgehen.

Im Fokus des Plans steht die Anliegerstraße »Stiegel«. Als Stichweg ohne Wendemöglichkeit habe sie ursprünglich nur rückwärtige Gartengrundstücke angedient. »Bereits vor Jahrzehnten sind südlich des Weges auf der Grundlage des Paragrafen 34 des Baugesetzbuches drei Grundstücke mit Wohngebäuden bebaut worden, deren Erschließung über diesen weniger als fünf Meter breiten Weg verläuft. Nördlich der Anliegerstraße ›Stiegel‹ besteht anhaltend bekundetes Interesse von einzelnen Eigentümern an einer Bebauung, die aber nur auf Grundlage eines aufzustellenden Bebauungsplans zulässig wäre«, steht in der Magistratsvorlage.

Neubewertung des Wohnungsmarktes

Bereits 2013 und 2018 habe die Stadt Eigentümer an den »Stiegel« angrenzender Grundstücke zu Bauwünschen befragt. »Nach Auswertung der größtenteils ablehnenden Befragungsergebnisse in diesen Jahren wurde das zur Baurechtsschaffung erforderliche Verfahren aber zurückgestellt«, ist in der Vorlage nachzulesen. Mittlerweile hätten sich einige Eigentumsverhältnisse und Bauwünsche in dem Bereich verändert. »Zudem kommt es aufgrund neu definierter stadtentwicklungspolitischer Nachhaltigkeitsziele und anderer Entwicklungen zu einer Neubewertung der Wohnungsmarktsituation.«

Nachdem alle größeren Konversionsprojekte abgearbeitet seien, würden nun kleinere innerstädtische Flächenpotenziale für die Nachverdichtung priorisiert. Dadurch sollten auch weiterhin größere Eingriffe im Außenbereich durch Neubaugebiete vermieden werden. »Somit ist die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens zur Mobilisierung von vorhandenem Baulandpotenzial durch Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen für das Baurecht sowie zur Herstellung einer angemessenen Erschließungs- sowie Ver- und Entsorgungssituation geboten«, erklärt die Magistratsvorlage.

Bis zu zwei Vollgeschosse

Städtebaulich solle die neue Bebauung die bestehende Siedlungsstruktur angemessen ergänzen. Möglich sein soll Einzel- und Doppelhausbebauung mit bis zu zwei Vollgeschossen. Die Trauf- und Firsthöhen sollen etwas niedriger sein als im Blockrand. »Im Sinne einer flächen- und kostensparenden Erschließung soll die vorhandene Verkehrsfläche geringfügig verbreitert und mit einer Wendemöglichkeit (für Pkw oder auch Stadtreinigung) versehen und für die Ver- und Entsorgung ausgestattet werden. Damit soll eine ausreichende, aber auf das minimal erforderliche Mindestmaß reduzierte Erschließungsfunktion hergestellt und eine gerechte Abrechnung angestrebt werden.« Ein angemessener Anteil an Gebietsbegrünung mit Erhalt vorhandener Grünstrukturen solle ebenfalls sichergestellt werden, erläutert die Vorlage. Die Stadtverordneten müssen noch zustimmen.

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